Jahresrückblick 2025

Jahresrückblick 2025

Das erste Halbjahrjede Menge Freestyle und neue Formate

Das Jahr 2025 begann für das Garser Einrad-Team so, wie man es sich nur wünschen kann: mit vollen Startlisten, großen Erwartungen – und jeder Menge Podestplätze. Bei der Oberbayerischen Meisterschaft Ende März in der Bergader-Arena in Waging am See ging es gleich um nicht weniger als die Titelverteidigung. Mit 19 Fahrerinnen und Fahrern reiste Gars an, und schon die Jüngsten machten klar, dass auch der Nachwuchs gut dabei ist: Sarah Stettner und Helena Maier eröffneten den Wettkampf in der U9 mit zauberhaften Einzelküren. Sarah hexte sich souverän zum Sieg, Helena sammelte bei ihrem allerersten Einzelstart gleich einen Podestplatz – ein Auftakt nach Maß.

In den höheren Altersklassen ging es ähnlich erfolgreich weiter. Daniela Abrantes und Sofia Maier, beide frisch in die U13 aufgerückt, fuhren sich mit Rapunzel- und Pocahontas-Küren direkt aufs Podest und schrammten sogar nur hauchdünn am Junior-Expert-Finale vorbei. Annalena Söll dominierte die U21 mit großem Vorsprung und ließ mit ihrer anspruchsvollen Kür „Machines and Humans“ keinen Zweifel an ihrer Klasse – auch wenn man sich über die technische Bewertung im Expertfinale trefflich streiten könnte.

Besonders märchenhaft wurde es in den Paarküren: Sarah und Helena verzauberten als Lotte und Luise das Publikum und holten den Sieg in der U9, Daniela und Sofia verteidigten ihren Altersklassentitel nun in der U13 mit Encanto-Energie, und Selina Bögl und Sarah Stettner flogen als Elphaba und Glinda aus „Wicked“ bis ins Junior-Expert-Finale, wo sie sich sensationell Platz drei sicherten. Annalena setzte noch einen drauf und gewann mit Hannah Grätzl sowohl die Altersklasse als auch die Expertwertung. Auch die Großgruppen überzeugten: Die U15 zeigte mit „Das fliegende Klassenzimmer“ viel Teamgeist und Ausdruck, während die 15+-Großgruppe mit „The Dark Knight“ ihren Titel eindrucksvoll verteidigte. Und als dann auch noch der S-Kader mit „Chitty Chitty Bang Bang“ über die Fläche rollte, war endgültig klar: Das war nicht nur erfolgreich, sondern richtig unterhaltsam.

Kaum war der Applaus verklungen, ging es in Waging gleich weiter mit der Bayerischen Freestyle-Meisterschaft – und erneut schrieb Gars Erfolgsgeschichten. Annalena fuhr souverän ins Expert-Finale, die jungen U11-Fahrerinnen Sarah und Helena behaupteten sich mutig gegen deutlich ältere Konkurrenz, und Daniela sowie Sofia bestätigten ihre starke Entwicklung auch auf bayerischer Ebene. In den Paarküren glänzten die Garserinnen besonders: Silber für Daniela und Sofia, Bronze und Junior-Expert-Podium für Laura Stettner und Selina Bögl – und ein weiterer Bayerischer Meistertitel für Annalena mit Hannah bei den „Mystischen Sirenen“. Spätestens mit dem überlegenen Sieg der Großgruppe 15+ war klar: 2025 könnte ein echtes Freestyle-Jahr für Gars werden. Qualifikationen für die Süddeutsche gab es für Daniela, Sofia, Laura, Selina, Annalena und die Großgruppe 15+.

Doch nicht nur in der Halle, auch im Gelände mischte Gars ganz vorne mit. Beim traditionsreichen Muni-Turnier in Villanders trafen sich Ende Mai die Besten der Szene – und mittendrin fünf Garser Starterinnen und Starter. Uphill, Trial, Cross Country und Downhill verlangten Technik, Ausdauer und Nerven. Trotz Flachland-Herkunft fuhren sich Jette, Lena, Annalena, Timo und Michael in die Spitzengruppe: Podestplätze im Uphill, starke Trial-Ergebnisse, ein Cross-Country-Sieg für Timo, Jette als jeweils beste derer, die nicht aus Nicht-Südtirol kommen und gleich mehrere Top-Ten-Platzierungen im spektakulären Downhill. In der Gesamtwertung verpasste Timo den Turniersieg um nur einen Punkt (leider verhinderte ein Materialdefekt beim Downhill den Sieg) – und Gars bewies einmal mehr, dass man auch ohne Alpen vor der Haustür in den Geländewettbewerben ganz oben mitfahren kann.

Der Sommer brachte dann eine echte Premiere: den ersten Einrad-Triathlon. Was als Idee zwischen UNICON-Rückflug und Silvester-Ostsee-Orkan begann, wurde Mitte Juni in Taufkirchen Realität – inklusive Organisationsmarathon, BRK-Mail-Odysee und 35 Grad Hitze. 45 mutige Starterinnen und Starter wagten sich an Schwimmen, Einradfahren und Laufen, vom neunjährigen Nachwuchs bis zum Ü50-Routinier. Trotz Verkehr, Sonne und schweißtreibender Bedingungen war die Stimmung großartig, die Rückmeldungen herzlich – und die sportlichen Leistungen beeindruckend. Garser Athletinnen und Athleten sammelten Podestplätze, bauten morgens auf und standen mittags selbst am Start. Spätestens im Ziel war klar: Das war anstrengend, mutig – und ganz sicher nicht das letzte Mal.

Den Schlusspunkt dieses ereignisreichen ersten Halbjahres setzte die Bayerische Meisterschaft im Einradrennen in Gilching. Bei tropischen Temperaturen, platzenden Schläuchen und erstmals ausgetragenem Criterium zeigte das Garser Team eine beeindruckende Breite: Sarah dominierte den Nachwuchs-Cup, Sofia fuhr sich mit einer Medaillenflut in den Fokus der bayerischen U13-Spitze, Annalena bestätigte ihre Konstanz mit Bestzeiten, Jette überzeugte mit Erfahrung, Vielseitigkeit und PBL im Wheelwalk, Lena offenbarte Rennfortschritte, Andreas trotzte übergroßen Altersklassen, Timo feierte ein starkes Renn-Debüt – und Michael bewies, dass Technik, Humor und Freude am Sport kein Alterslimit kennen. Auch Rückschläge blieben nicht aus, doch selbst Verletzungen änderten nichts am Eindruck: Gars war präsent, erfolgreich und voller Leidenschaft.

Und genau das zieht sich wie ein roter Faden durch dieses Jahr: sportliche Höchstleistungen, Teamgeist, neue Ideen – und immer wieder der Mut, Dinge einfach auszuprobieren.

Das zweite HalbjahrStaunen, Ausdauer, Haltung und ein Sommer voller Extremmomente

Der Sommer 2025 hatte es in sich. Und er begann dort, wo man Einräder eigentlich nicht erwartet: beim größten Mountainbike-Rennen Europas.

Salzkammergut Trophy – klein an Zahl, groß in Wirkung

Am 12. Juli 2025 zeigte sich die Salzkammergut Trophy von ihrer freundlichen Seite. Kein Glutofen, kein Dauerregen – stattdessen ideales Rennwetter, Sonnenschein, Stimmung und tausende Zuschauer entlang der Strecke. Über 4.000 Teilnehmer aus 38 Nationen, sieben Distanzen, extreme Höhenmeter. Und mittendrin: 25 Einradfahrer auf Strecke G.

Was für die meisten eine Randnotiz gewesen wäre, wurde schnell zum Publikumsmagneten. Denn wer ohne Gangschaltung, ohne Kette und ohne Erholungsphasen bergauf wie bergab unterwegs ist, fällt auf. Die Reaktionen reichten von ehrlichem Staunen bis zu frenetischem Applaus – getragen von Sprechern, die es verstanden, auch unsere kleine Szene groß zu machen. Sichtbar. Wertgeschätzt. Ernst genommen.

Sportlich überzeugte das Team auf ganzer Linie:
Timo gewann souverän mit großem Vorsprung – auch wenn er selbst kritisch blieb. Lena fuhr bei den Frauen konzentriert und kontrolliert zum Sieg. Henriette Höhne überraschte mit einem riesigen Leistungssprung und beeindruckte zusätzlich mit Fairplay, als sie einem gestürzten Mountainbiker half und später sogar Werkzeug weiterreichte. Und dann war da noch Micha, der plötzlich quasi aus dem Nichts ins Ziel rollte – zehn Minuten schneller als noch zwei Jahre zuvor und fast zeitgleich mit einem A-Strecken-Finisher. Gänsehautmoment.

Was bleibt von Bad Goisern?
Kein Gegeneinander, sondern ein Miteinander. Respekt auf der Strecke, Rücksicht bei 4.000 Teilnehmern – und die klare Erkenntnis: Einrad gegen Mountainbike ist nicht die Frage. Einrad mit Mountainbike trifft es besser.

24 Stunden Einrad – Altötting wird zur Bühne der Ausdauer

Keine fünf Wochen später wartete bereits das nächste Extrem: das 24-Stunden-Einradrennen im Ludwig-Kellerer-Stadion in Altötting. Organisiert vom TSV Gars, getragen vom TV Altötting – und geprägt von einer Herzlichkeit und Unterstützung, die weit über das Selbstverständliche hinausging.

Vom 18. auf den 19. Juli drehte sich 24 Stunden lang alles ums Einrad. Rund 60 Fahrerinnen und Fahrer, von U9 bis Ü60, von 20 Zoll bis 36 Zoll mit Schaltung, rollten Runde um Runde über die Tartanbahn. Auch tief in der Nacht war die Bahn nie leer. Ein eigens entwickeltes Zählsystem, unermüdliche Helfer und eine beeindruckende Organisation hielten das System am Laufen – selbst dann, als Müdigkeit, Hitze und Erschöpfung ihren Tribut forderten. Die Nacht hatte etwas Magisches: Flutlicht, konzentrierte Gesichter, leise Gespräche, das stetige Surren der Reifen. Einige gönnten sich kurze Powernaps, andere – allen voran Lena und Timo – fuhren durch. Stunde um Stunde. Runde um Runde. Als die Sonne wieder aufging, waren sie noch immer unterwegs. In den letzten Stunden zählte nur noch der nächste Tritt. Neue mentale Ziele entstanden im Minutentakt: 500 Runden, 150 Kilometer, Teammarken. Und dann kam sie – die letzte halbe Stunde, der Countdown, das kollektive Runterzählen der letzten Sekunden. „UND SCHLUSS!“ Erschöpfung. Tränen. Umarmungen. Stolz.

Sportlich ragten zwei Leistungen besonders heraus: Lenas 358 Kilometer und Timos 462 Kilometer, mit denen er über die bisherige Weltrekordmarke hinausfuhr. Dass beide aufgrund der Sicherheitsführung auf der äußeren Bahn real sogar noch deutlich mehr Strecke zurücklegten, zeigt, auf welchem Niveau hier gefahren wurde – unabhängig von der formalen Anerkennung des Weltrekords, die Timo hier noch verwehrt blieb.

Doch auch jenseits dieser Ausnahmeleistungen war Altötting ein Erfolg: Podestplätze im Nachwuchs, starke Teamwertungen, unglaubliche 1.368 Kilometer allein durch die Garser Starter – und insgesamt über 8.000 Kilometer von allen Teilnehmenden zusammen.

Deutsche Meisterschaft im Einradrennen – Tempo, Technik, Perspektive im Format „Nass und windig“

Die Deutsche Meisterschaft im Einradrennen 2025 war ein wichtiger Fixpunkt im nationalen Wettkampfkalender. Auch hier ging es nicht allein um Titel, sondern um Standortbestimmung im Rennbereich, um Vergleichbarkeit und um die Frage, wer sich langfristig für internationale Podestplätze empfehlen kann.

Die äußeren Bedingungen forderten den Athletinnen und Athleten alles ab. Regen, Wind und eine zeitweise nasse Bahn verlangten nicht nur pure Geschwindigkeit, sondern vor allem saubere Technik, Anpassungsfähigkeit und mentale Stärke. Leistungsstark vor allem die höheren Altersklassen. Dort wurde deutlich, wie eng das Leistungsniveau inzwischen zusammengerückt ist – kleine Fehler entschieden über Finaleinzug oder Ausscheiden. Etwas dünner war es in den Juniorenklassen. Da gewann man mit Zeiten und Weiten, die noch vor wenigen Jahren nicht zum Erreichen der Finals gelangt hätten.

Für die Garser Starterinnen und Starter Sarah, Sofia, Laura, Annalena, Lena und Andreas stand neben dem Sammeln von Medaillen auch die Weiterentwicklung im nationalen Vergleich im Fokus. Mehrere Finalteilnahmen und persönliche Bestleistungen zeigten, dass die Trainingsarbeit trägt. Besonders wertvoll war dabei die Erfahrung, unter schwierigen Bedingungen konstante Leistungen abrufen zu müssen – eine Fähigkeit, die auf internationaler Ebene unverzichtbar ist.

Gleichzeitig offenbarte die DM-Rennen auch strukturelle Baustellen in Bezug auf Altersklassen und transparente Regelumsetzung. Trotz allem aber bleibt sie im Bereich Einradrennen ein zentraler Prüfstein. Sie macht deutlich, dass der deutsche Einradsport auch im Rennbereich gut aufgestellt ist. Wer hier mithält, hat das Rüstzeug für die internationale Bühne.

Sechs Garser EinradfahrerInnen erfolgreich bei der DM Rennen in Bottrop

Süddeutsche Freestylemeisterschaft – Standortbestimmung unter Druck

Die Süddeutsche Freestylemeisterschaft war 2025 weit mehr als nur ein weiterer Wettkampf im Kalender. Sie markierte für viele Fahrerinnen und Fahrer die nächste Standortbestimmung auf dem Weg zur Weltmeisterschaft 2026 – mit entsprechend hoher Leistungsdichte, Druck und Erwartungshaltung. Wer hier bestehen wollte, musste nicht nur technisch sauber fahren, sondern auch mental stabil bleiben.

Zahlreiche Garser Küren überzeugten mit Ausdruck, Sicherheit und Reife, mehrere Startplätze für die Deutsche Meisterschaft wurden souverän gesichert (Annalena Söll: EK, PK, KG/ Laura Stettner und Selina Bögl: PK).

Gleichzeitig zeigte sich aber auch erneut die Schattenseite des Qualifikationssystems.
Ebenso wurden Wertungen intensiv diskutiert, Juryentscheidungen hinterfragt, und nicht jede starke Leistung spiegelte sich im Ergebnis wider. Hart traf es erneut die Garser Großgruppe: wieder drittbeste Vereinsgruppe Süddeutschlands, durfte sie aber auch heuer nicht zur DM fahren. Eine Regeländerung ist beschlossen, kommt jedoch sehr spät, für uns zum zweiten Mal zu spät.

Deutsche Freestylemeisterschaft – nationale Bühne mit internationalem Anspruch

Die Deutsche Freestylemeisterschaft stellte den nächsten und entscheidenden Schritt auf dem Weg zur WM 2026 dar. Hier ging es nicht mehr nur um Positionierung auf nationaler Ebene, sondern auch um die Frage, wer sich realistische Hoffnungen auf den internationalen Einsatz im kommenden Jahr machen darf.

Das Garser Team war auch hier präsent, sichtbar und konkurrenzfähig. Annalena, Laura und Selina bestätigten ihre Qualität unter maximalem Druck. Immer wieder wertvoll ist dabei das Sammeln von Erfahrungen: große Bühne, volle Hallen, lange Wettkampftage, hohe Erwartungshaltungen – genau die Bedingungen, die auf dem Weg zu einer Weltmeisterschaft zur Normalität werden.

Am 19. Dezember dann die Veröffentlichung der Liste der WM-Qualifizierten. Alle drei starten bei der WM im Bereich Freestyle: Annalena – EK und PK/ Laura und Selina – PK/ Laura – GG Freestylekader.

Gleichzeitig blieb auch die Deutsche Meisterschaft nicht frei von kritischen Momenten. Unklare Regelauslegungen, unterschiedliche Bewertungsmaßstäbe, fragwürdige Juryentscheidungen sorgten für Diskussionen. Für die Athletinnen und Athleten bedeutete das, sich nicht nur sportlich, sondern auch mental immer wieder aufzurappeln und neu zu sortieren.

Was dieses Jahr ausmachte

2025 erzählt nicht nur von Medaillen, Kilometern oder Platzierungen. Er erzählt von Haltung. Von Fairness auf der Strecke. Von Organisation mit Herz. Von Durchhalten in der Nacht. Von Kritik, die nicht zerstört, sondern die verbessern will.

Und vor allem davon, dass Einradsport sichtbar ist, wenn man ihm Raum gibt.

Und ja – der Raum. Ein neuralgischer Punkt, und das inzwischen seit mehreren Jahren. Training braucht Raum: eine Halle, ein Quartier, eine Heimat. All das fehlt uns schon viel zu lange.

Auf die Hallenschließungen während der Corona-Zeit folgte 2022 nahtlos das nächste Problem: die Sperrung der Turnhalle der Garser Mittelschule. Ein marodes Dach, Statikprobleme, akute Einsturzgefahr – immer wieder wurde die Halle temporär geschlossen. Wir wichen aus in Hallen der Umgebung. Was sich so leicht schreiben lässt, bedeutete in der Realität einen dauerhaften Kampf: gegen bürokratische Hürden, gegen unverschämt hohe Kosten und gegen den Mangel an überhaupt verfügbaren Hallenzeiten.

Seit dem Frühjahr 2025 sind wir nun vollständig aus unserer Halle verbannt. Geblieben ist eine einzige Trainingszeit für alle gemeinsam – in einer kleinen Halle. Keine separaten Übungsmöglichkeiten für Einzel- und Paarküren, kein Zeitfenster für die arbeitsintensive Großgruppe. Es ist phasenweise schlicht zum Verzweifeln. Aus dem ursprünglich genannten Wiedereröffnungstermin „Anfang 2026“ wurde „Sommer 2026“, inzwischen kursiert das Gerücht: „aller Voraussicht nach nicht vor Beginn 2027“. So befinden wir uns seit Jahren im reinen Überlebensmodus. Wir bitten andere Vereine um Trainingszeiten, versuchen irgendwie ein Mindestmaß an Kontinuität aufrechtzuerhalten und hoffen, diese dürren Zeiten überstehen zu können. Wir kämpfen uns durch – in der Hoffnung, beim Wiedereinzug in die renovierte Halle noch genügend Schwung zu haben, um noch einmal richtig durchstarten zu können. Besonders schmerzlich ist der fehlende Nachwuchs. Um neue Fahrerinnen und Fahrer auf Wettkampfniveau zu bringen, braucht es drei bis fünf Jahre kontinuierlicher Aufbauarbeit – und vor allem viel Zeit in der Halle. Zeit, die uns in den letzten Jahren gefehlt hat. Hinzu kommt: Ohne unsere wichtigste Präsentations- und zugleich Hauptwerbeveranstaltung, die alljährliche Weihnachtsaufführung, fehlen uns ganze Jahrgänge, die wir sonst behutsam hätten heranführen können. Solange wir keine verlässlichen Trainingszeiten anbieten können, ist Nachwuchsgewinnung schlicht nicht möglich.

So ist unsere Großgruppe von ehemals 24 Fahrerinnen inzwischen auf knapp die Hälfte geschrumpft, Nachrücker sind kaum in Sicht. Aktuell suchen wir händeringend nach Wochenend-Hallenzeiten, um die Küren für das kommende Wettkampfjahr einzustudieren – bislang gab es ausschließlich Absagen. Was uns dabei immer wieder zwischen Erstaunen und Ärger zurücklässt, sind die Erfahrungen aus der Corona-Zeit. Uns war jegliche Hallennutzung unter Strafandrohung untersagt, die Hallentüren waren versiegelt. Wir stellten beim LRA einen Antrag auf Sondernutzung für unsere Wettkampf- und Kaderfahrer, legten ein Sicherheitskonzept vor, das jeglichen Kontakt verhindert hätte – und erhielten keine Antwort. Telefonisch erreichte man stets nur „Vertretungen“, niemand fühlte sich zuständig, eine Entscheidung zu treffen. Gelöst wurde das Problem letztlich durch Ignorieren. Erst an dem Tag, an dem ohnehin wieder jedermann trainieren durfte, erreichte uns die Nachricht, man freue sich, uns nun die Nutzung erlauben zu können.

In anderen Regionen durften Einradfahrer trainieren. Von mehreren hörten wir später: „In der Corona-Zeit war mir oft langweilig, also war ich viel in der Turnhalle und habe trainiert.“ Die daraus resultierende Leistungsexplosion war unübersehbar. Die Coronazeit hat manchen genutzt – uns hat sie geschadet. Unsere Trainingsquartiere waren Teerstraßen und Parkplätze.

Um überhaupt ein gemeinsames Jahresevent zu haben, nachdem eine Weihnachtsaufführung nun bereits im sechsten Jahr in Folge nicht möglich war, absolvierten wir Anfang Dezember eine ELA-Prüfung. 16 Fahrerinnen und Fahrer legten diese erfolgreich ab – ein Lichtblick in schwierigen Zeiten.

Aktiv im Verband und für das Thema Visualisierung des Einradsports

Das Garser Einrad-Team ist aber nicht nur in eigener Sache aktiv. Mehrere Garser engagieren sich für den Nachwuchs oder investieren Zeit und Energie in der Verbandsarbeit. So trainieren Lena, Timo und Micha die jungen Munifahrer im neu gegründeten Muni-Kader. Annalena und Verena sind im Team Junior, dem Nachwuchs-Verbandskader im Bereich Freestyle zugange. Lena, Jette, Konstantin und Heike wirken im Vorstand des EVB mit.

Konstantin filmte fast alle Freestyle-Events des Jahres selbst, um sein Videoarchiv weiterzuführen oder bekam die Videos zugeliefert, wenn er nicht vor Ort sein konnte. Von Meisterschaft zu Meisterschaft – von der Oberbayerischen bis zur Deutschen – wuchs auch in diesem Jahr wieder die Professionalität der Berichterstattung stetig. Bei der Deutschen Meisterschaft, die am ersten Advent in Bottrop stattfand, gab es neben dem Livestream und den durch intensive Recherchen vorbereiteten Kommentaren auch wieder Interviews mit den Finalteilnehmern.

Ausblick auf 2026

Mit 2026 startet nun das Jahr der UNICON 22. Diesmal geht es nach Steyr in Österreich. Und auch wir vom Garser Einrad-Team werden wieder das eine oder andere Event organisieren und den Veranstaltungskalender der Einrad-Community bereichern. Die Planungen laufen bereits.

Allen Leserinnen und Lesern unseres Blogs wünschen wir nun ein besinnliches Weihnachtsfest sowie ein gesundes und friedliches neues Jahr.

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