Die Deutsche Meisterschaft im Einrad-Rennen stand heuer ganz im Zeichen der bald beginnenden Weltmeisterschaft. Sie war der letzte Rennwettkampf vor der UNICON 22. Bei nahezu idealen äußeren Bedingungen trafen sich die besten deutschen Einrad-Rennfahrer vom 3. bis 5. Juli im Vöhlin-Stadion in Illertissen.
Aus Gars waren Sarah Stettner, Sofia Maier, Andreas Stettner, Laura Stettner, Annalena Söll, Henriette Höhne, Lena Freimuth, Timo Hirschmann und Michael Höhne am Start.
Sarah – Nachwuchs-Cup U11 (adaptiertes Regelwerk)
Sarah zeigte in ihrem letzten U11 – Jahr hervorragende Leistungen im Nachwuchs-Cup. Mit Gold in der 4×100-m-Staffel, Silber im Einbeinfahren und Wheel Walk sowie Bronze über 100 m, 400 m, 800 m und im Hochsprung sammelte sie zahlreiche Podestplätze und überzeugte als vielseitige Nachwuchsfahrerin.

Sofia – Altersklasse U13
Sofia bestätigte ihres Vorjahresleistungen und gehörte zu den erfolgreichsten Fahrerinnen ihrer Altersklasse. Sie gewann den IUF-Slalom und die 4×100-m-Staffel, wurde Zweite über 100 m, 400 m und im Wheel Walk sowie Dritte über 800 m.
Als U13-Fahrerin erreichte sie mehrere Juniorenfinals. Sie setzte Glanzpunkte mit Gold in der 4×100-m- und 4×400-m-Staffel und ergänzte ihre Medaillensammlung mit Bronze über 100 m, 400 m und 800 m.

Andreas – Altersklasse U15
Andreas gewann im Einbeinfahren und mit der 4×100-m-Staffel die Altersklasse und holte Bronze im IUF-Slalom.
Im Juniorenfinale folgten Gold mit der 4×400-m-Staffel, Silber im Hoch- und Weitsprung sowie mit der 4×100-m-Staffel und Bronze im IUF-Slalom sowie über 400 m.

Laura – Altersklasse U15
Laura präsentierte sich in guter Form. Mit Gold im Weitsprung sowie Silber im Einbeinfahren, Wheel Walk und IUF-Slalom gehörte sie zu den stärksten Fahrerinnen ihrer Altersklasse.
Im Juniorenfinale bestätigte sie ihre Leistungen mit Gold iüber 50m-Einbein, Weitsprung und der 4×400-m-Staffel sowie Silber in der 4×100-m-Staffel.

Annalena – Altersklasse U30
Annalena sicherte sich in der Altersklasse U30 Bronze im IUF-Slalom und mit der 4×100-m-Staffel.
Im Finale folgten Silber mit der 4×100-m- und 4×400-m-Staffel sowie eine weitere Bronzemedaille im IUF-Slalom.

Jette – AK U30
Jette war erneut eine der erfolgreichsten Springerinnen der Meisterschaft. Sie gewann mit großem Abstand den Weitsprung sowohl in der Altersklasse als auch im Finale. Hinzu kamen Silber im Coasting und Bronze im Wheel Walk, beides in der Altersklasse als auch im Finale. Auch im Finale holte sie Bronze mit der 4×100-m-Staffel.

Timo – Altersklasse U30
Timo zeigte in seinem zweiten Jahr beim Einradrennen eindrucksvoll sowohl enorme Fortschritte als auch seine Vielseitigkeit. In der Altersklasse U30 gewann er Gold im Coasting, Silber über 1.500 m und im Hochsprung sowie Bronze über 800 m und im Weitsprung. Im Finale folgte de Titel im Coasting, Silber im Hochsprung und über 800 m sowie Bronze mit beiden Staffeln und im Weitsprung.

Lena – Altersklasse U30
Lena erreichte mit Platz vier über 100 m knapp das Podest. Aber noch viel bedeutungsvoller: Sie kam ins 100m Finale – was für ein Erfolg für sie, die sie erst vorn wenigen Jahren ernsthaft ins Renntraining eingestiegen ist – und fuhr auf Rang vier. Den sechsten Platz belegte sie mit der 4×400-m-Staffel.

Micha – Open Männlich = Altersklasse 30+
Bevor Michas Leistungen im Mittelpunkt stehen, lohnt sich ein Blick auf die Altersklasse, in der er antreten musste. Was ich dazu schreibe, könnte ich inzwischen fast unverändert aus den Blogbeiträgen vergangener Meisterschaften übernehmen: Als 61-Jähriger wurde er mit Fahrern an den Start geschickt, die so alt sind wie sein Sohn. Er zahlte dieselben Teilnahmegebühren wie alle anderen, hatte aufgrund seines Alters aber bereits an der Startlinie einen erheblichen Nachteil. Mit diesem – gerade im Seniorenbereich fehlplatzierten – Streben nach Professionalität verlieren wir diejenigen, die über Jahrzehnte die Aufbauarbeit in den Vereinen geleistet haben und noch immer leisten. Sie begleiten Kinder zu Meisterschaften, betreuen sie vor Ort, helfen bei Organisation und Durchführung, transportieren und bauen Material auf und tragen die Veranstaltungen nicht zuletzt auch finanziell mit.
Anders als in vielen anderen Sportarten gibt es im Einradsport keine getrennten Junioren- und Seniorenmeisterschaften. Alle starten gemeinsam bei einer Veranstaltung. Das sollte jedoch kein Grund sein, den älteren Sportlern angemessene Altersklassen zu verwehren. In einer Ü45 männlich wären immerhin sechs Fahrer gestartet – kaum weniger als in der U13 weiblich. Warum also keine eigene Wertung für sie? Mehrere ältere Fahrer bleiben den Meisterschaften inzwischen fern, weil sie nicht gegen deutlich jüngere Athleten antreten möchten, die sich gerade auf dem Höhepunkt ihrer Leistungsfähigkeit befinden. Angesichts der ohnehin überschaubaren Starterzahlen – insbesondere in den Juniorenklassen – kann es sich der Rennsport eigentlich nicht leisten, die Generation 50+ zu verlieren. Und bei allen berechtigten Bemühungen um eine professionelle Außenwirkung sollten wir eines nicht vergessen: Noch immer ist unser Sport überwiegend ehrenamtlich organisiert, wird von Amateuren betrieben und vielfach aus privater Tasche finanziert. Das ist die Realität.
Micha zeigte dennoch starke Leistungen. Über 50 m Einbein und 1.500 m belegte er jeweils Rang vier, über 400 m und 800 m wurde er Fünfter. Im Wheel Walk erreichte er Platz sechs. Auch in den Finalläufen überzeugte er: Im Einbeinfahren kam er auf Rang sechs. Im Wheel-Walk-Finale verhinderte lediglich ein Abstieg eine noch bessere Platzierung.

Unser Dank geht an den Ausrichter RSV Illertissen und an Jan und Lars Vocke für die abermals formidable Arbeit beim Starten und Auswerten der Rennen. Danke ebenso an Thomas Höser für die stimmungsvollen Fotos.


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