Das 24-Stunden-Rennen 2026: Ein Einradfest

Das 24-Stunden-Rennen 2026: Ein Einradfest

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    Das 24-Stunden-Rennen 2026 ist Geschichte.

    Heute, am Tag danach, da der Text entsteht, sind wir vollkommen erschöpft. Die Fahrer spüren den Energieverlust und die Belastung mehr als deutlich. Die Körper sind ausgezehrt – physisch ebenso wie mental. Und auch die Begleitpersonen, die 24 Stunden an der Bahn ausgeharrt und unterstützt haben, müssen sich nun erst einmal von der Verausgabung und dem Kräfteverschleiß erholen.

    Aber eines sind wir heute auch, und dieses Gefühl überwiegt bei weitem: Wir sind glücklich! Über die Erfolge – und darüber, wie reibungslos die Veranstaltung über die Bühne gegangen ist. Von der ersten Minute bis zum aller letzten Handgriff hat im Ludwig-Kellerer-Stadion in Altötting alles funktioniert. Einmal mehr ist es uns gelungen, eine rundum stimmige und professionelle Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Für Teilnehmer und Gäste bedeutete das: ein Event ohne Probleme, ohne Sollbruchstellen, ohne ungeklärte Fragen – stattdessen ein harmonischer Ablauf von Anfang bis Ende.

    Eine Veranstaltung so vorzubereiten und durchzuführen, dass sie am Ende leicht und selbstverständlich wirkt, erfordert einen enormen Arbeitsaufwand. Der größte Teil dieser Arbeit bleibt unsichtbar und beginnt bereits Monate im Voraus. Neben den rein administrativen Aufgaben stehen unzählige Überlegungen im Raum: Wie können wir den Ablauf noch flüssiger gestalten? Was hilft den Sportlern? Welche Technik unterstützt uns sinnvoll? Wie muss das gesamte Setting aussehen, damit alles ineinandergreift? In all das fließen unzählige Stunden Arbeit, viel Energie und nicht zuletzt auch private Mittel, denn der Einradsport ist nun mal noch immer eine Sportart, die überwiegend durch eigene Ressourcen abgesichert wird. Wenn es dann aber so ein Fest des Einradsports wird, dann haben sich all diese Investitionen mehr als gelohnt.

    Ein Erfolg kann eine solche Veranstaltung jedoch nur werden, wenn auch die Rahmenbedingungen stimmen.
    Umso dankbarer sind wir, dass wir erneut auf die großartige Unterstützung von Wolfgang Pech und seinem Team des TV Altötting zählen durften. Wie schon im vergangenen Jahr konnten wir die hervorragenden Anlagen des Stadions und des Vereinsheims nutzen. Probleme wurden erkannt und gelöst, noch bevor wir überhaupt um Hilfe bitten mussten. Für diese außergewöhnliche Unterstützung sagen wir von Herzen: Vielen, vielen Dank!

    Auch die Wetterbedingungen hätten für ein 24-Stunden-Rennen besser kaum sein können. Von Beginn an begleitete uns strahlender Sonnenschein, die Nacht zeigte sich klar, und während der gesamten Veranstaltung blieb der Regen aus. Lediglich die Temperaturen lagen tagsüber ein paar Grad über dem Ideal und forderten den Teilnehmern zusätzlich einiges ab. Insgesamt aber hätten wir uns kaum geeignetere Bedingungen wünschen können. Das Wetter hat seinen Teil zu einer rundum gelungenen Veranstaltung beigetragen.

    Ein weiteres Puzzle-Teil für den Gesamterfolg lieferten die 54 Starter und deren Betreuer. Euch können wir nur danken., dass ihr das Event zu einem so wunderbaren Erlebnis gemacht habt!

    Der Aufbau begann schon einige Stunden vor dem Start. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr entfielen diesmal jedoch die aufwendigen Arbeiten rund um das Einrichten der Gassen für das händische Rundenzählen. Diese mühsame Aufgabe übernahm das RaceResult-System des Einradverbands Bayern. Konstantin hatte die Zeitmessung sowie die Kilometer- und Rundenerfassung so sorgfältig vorbereitet, dass während der gesamten Veranstaltung alles reibungslos funktionierte. Auf einem großen Monitor konnten jederzeit die Live-Ergebnisse verfolgt werden, und nur zwei Minuten nach Rennende lagen die Ergebnislisten für die Siegerehrung vor.
    Schon im Vorfeld hatte das System außerdem den gesamten Anmeldeprozess zuverlässig unterstützt und strukturiert. Den organisatorischen Bereich – von der Ausschreibung über die Anmeldung, die Erstellung der Startlisten und Altersklassen bis hin zur Vorbereitung der Siegerehrung – übernahmen Jette und Timo. Bei der Bereitstellung der Medaillen wurden sie von Michaela Wolf tatkräftig unterstützt.

    Um 18 Uhr ertönte schließlich das Startsignal, und das Fahrerfeld setzte sich in Bewegung – in dem Wissen, dass nun 24 lange Stunden auf dem Einrad bevorstanden. Dabei musste allerdings niemand ununterbrochen in die Pedale treten. Wie oft, wie lange und in welchem Rhythmus gefahren wurde, entschied jeder Teilnehmer selbst. Genau das macht den besonderen Reiz dieser Veranstaltung aus: Man kann, aber niemand muss.

    Parallel zu den ersten Runden entzündeten Belinda und Konstantin den Grill, und schon bald zog der verlockende Duft von frisch Gebrutzeltem über das Gelände. Waren im vergangenen Jahr die Steaks als Erstes vergriffen, erfreuten sich heuer vor allem die Würstchen großer Beliebtheit. Die Grillkäse-Burger waren sogar so begehrt, dass sie bereits im Voraus für die erste Rennpause reserviert wurden. Auch die zusätzlich angebotenen Obstbecher fanden reißenden Absatz.

    Ein echter Anziehungspunkt war auch der Monitor mit den Live-Ergebnissen. Immer wieder versammelten sich Teilnehmer und Zuschauer davor, staunten über den aktuellen Stand oder ließen sich davon motivieren, dass der eine oder andere bereits ein paar Runden mehr absolviert hatte.

    Rund um Mitternacht wurden einige Fahrer von ihren Matratzen gelockt, die sie in den beiden Schlafräumen ausgelegt hatten – es wurde ruhiger auf der Bahn. Für alle, die nur einen kurzen Powernap einlegen wollten, stand ein eigener Ruhebereich zur Verfügung. Wer sich für mehrere Stunden schlafen legen wollte, konnte den zweiten Schlafraum nutzen.

    Selbst in den anspruchsvollsten Stunden zwischen zwei und sechs Uhr morgens waren mit Lena Freimuth, Timo Hirschmann, Maximilian Streubel und Andreas Schmid stets mindestens drei, zeitweise sogar vier Fahrer gleichzeitig auf der Bahn.

    Mit den ersten Sonnenstrahlen füllte sich die Strecke dann wieder. Immer mehr Sportler stiegen erneut aufs Einrad.

    Um 7:30 Uhr wartete auf Fahrer und Betreuer ein von Anne Gruber, Simone Saller und Annika Sperr liebevoll vorbereitetes und hervorragend zusammengestelltes Frühstück. Kaffee, Obst, Joghurt, Gebäck, Wurst, Käse, Müsli und Saft – es fehlte an nichts.

    Ab der 18. Rennstunde, gegen 12 Uhr mittags, wurde es für viele zäh. Kraft, Konzentration und Energie schwanden zunehmend, und Phasen bleierner Müdigkeit machten sich bemerkbar. Dennoch kämpften sich alle bis zum Schluss durch. Kuchen, Kaffee, Eis und frisches Obst lieferten in den kurzen Pausen zwischen den letzten Runden noch einmal neue Energie. Danke hierbei an Familie Söll und Familie Lohmayer für die Unterstützung beim Verkauf. Zu diesem Zeitpunkt hatten die meisten Fahrer bereits acht bis zehn Liter Flüssigkeit getrunken, manche sogar noch deutlich mehr. Und dann brach die letzte Stunde an, irgendwann die letzte Minute. Die zehn Sekunden vor 18 Uhr wurden gemeinsam runtergezählt. Und dann war es vollbracht. 24 durchgehende Stunden sind Einradler unermüdlich auf der Rundbahn in Altötting unterwegs gewesen. Erschöpft und glücklich stiegen die Fahrer aus dem Sattel. Endlich hinsetzen und sitzenbleiben können – welch ein Genuss.

    Gesamtsieger wurde wie im Vorjahr Timo Hirschmann (36 Zoll, geared). Er fuhr 936 Runden. Bei den Damen holte erneut Lena Freimuth mit 772 Runden den Sieg (29 Zoll, geared). In der Standardklasse schaffte der erst zehnjährige Niklas Pilz 380 Runden. Gesamtsiegern Standard weiblich wurde mit 456 Runden Ida Sinke.
    Die Unlimited Teamwertung gewann Vollga(r)s mit Lena Freimuth, Henriette Höhne und Timo Hirschmann und 2190 Runden. Die Standard-Teamwertung ging an Thalmässing I mit Ida Sinke, Johanna Schermer und Anna Fischer und 1102 runden.

    Weitere Garser Platzierungen:
    Ronja Fischer – Platz 2 unlimited U15, 225 Runden; Platz 1 Team unlimited U15
    Annalena Lohmayer – Platz 3 unlimited U15, 225 Runden; Platz 1 Team unlimited U15
    Annalena Söll – Platz 3 Unlimited 15+, 434 Runden
    Henriette Höhne – Platz 2 unlimited 15+, 480 Runden

    Aber gewonnen haben letztlich alle, die das Unternehmen 24-Stunden-Rennen in Angriff genommen hatten.
    Die vollständigen Ergebnislisten findet ihr auf der Veranstaltungswebsite. Insgesamt wurden 16.088 Runden registriert. Das entsprach 6435,2 gefahrenen Kilometer. Damit käme man aber mal locker bis an die Ostküste der USA oder in die Mitte Grönlands.

    „Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt.“ Dieses geflügelte Wort geht im Kern auf den griechischen Dichter Hesiod (ca. 700 v. Chr.) zurück. Kaum ein Sprichwort beschreibt ein 24-Stunden-Rennen treffender. Wer ein solches Ziel erreichen möchte, braucht Ausdauer, Durchhaltevermögen und die Bereitschaft, auch dann weiterzumachen, wenn die Beine schwer werden und der Kopf längst eine Pause fordert. Gerade darin liegt aber auch der besondere Wert einer solchen Herausforderung. Wer eigene Grenzen überwindet, erlebt nicht nur Stolz über das Erreichte. Der Körper belohnt die Anstrengung mit Glückshormonen, das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten wächst, und die Erfahrung, schwierige Situationen gemeistert zu haben, stärkt die Resilienz. Aus Schweiß entstehen Selbstvertrauen, Zufriedenheit und die Gewissheit, auch zukünftige Herausforderungen bewältigen zu können. Vielleicht ist genau das der eigentliche Gewinn eines 24-Stunden-Rennens: Nicht nur die Zahl der gefahrenen Runden bleibt dauerhaft in Erinnerung, sondern auch das Gefühl, etwas geschafft zu haben, das zuvor kaum vorstellbar schien.

    Ein 24-Stunden-Rennen gehört eindeutig in die Kategorie Type-2-Fun: Währenddessen, mittendrin und oft auch noch unmittelbar danach fragt man sich unweigerlich: Warum tue ich mir das eigentlich immer wieder an? Das war ganz bestimmt das letzte Mal. Doch erstaunlicherweise hält dieses Gefühl nicht lange an. Schon beim Frühstück am nächsten Morgen, wenn die Erlebnisse noch einmal Revue passieren und man gemeinsam über all das Erlebte spricht, kehren die schönen Erinnerungen zurück. Plötzlich entstehen die ersten Ideen für Verbesserungen und neue Herausforderungen. Genau deshalb sind wir uns ziemlich sicher: Es wird nicht das letzte 24-Stunden-Rennen gewesen sein, das wir organisiert haben.

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