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9. August – Seoul

Noch eine letzte Siegerehrung, bevor etwas Sightseeing angesagt war.
Konstantin hat seine bronzene Medaille im Marathon abgeholt, Michael die silberne im gleichen Wettbewerb. Dazu gesellten sich noch Platz 2 von Jette im Cyclocross der U15 (fünfte war sie da in der Expertwertung) sowie Michaels erster Platz in dieser Disziplin.

Von der Social Area aus ging es direkt zur Gojan-Station in die U-Bahn-Linie 4 zum Hauptbahnhof in Seoul. Mit 2,5 Milliarden Fahrgästen jährlich ist das Seouler U-Bahn-System eines der am stärksten in Anspruch genommenen der Welt. Ein reichliche Stunde ist man unterwegs bis Seoul Station. U-Bahnfahren in Seoul ist schnell, preiswert und dazu ungefährlich. Durch Sicherungstüren vor den Gleisen ist es unmöglich, von einem heranfahrenden Zug erfasst zu werden. Für weniger digitale Menschen wird es unter Umständen befremdlich wirken, dass nahezu 100 Prozent der Fahrgäste auf ihr Handy starren. Warum tun sie das? Nun, zuallererst, weil sie das wollen. Aber auch, weil sie es können, denn in jedem U-Bahnzug ist ein besseres und schnelleres W-Lan Netz verfügbar als in vielen deutschen Haushalten. So schauen die Koreaner in ihrer Fahrzeit Filme, verfolgen Sportveranstaltungen und spielen natürlich auch mehr oder weniger sinnvolle Spiele.

Und dann betraten wir Seoul – eine Stadt der Superlative, die viertgrößte der Welt nach Tokio, Jakarta und Delhi. 23,5 Millionen Menschen leben in der Metropolregion, zehn Millionen in der Stadt selbst, 16.500 auf dem Quadratkilometer. München ist im Vergleich dazu viermal weniger dicht besiedelt. Seoul ist voller Gegensätze: Wolkenkratzer, schmale Gassen, alte Paläste, grüne Gärten, traditionelle Märkte, modernste Einkaufstempel, Garküchen, Nobelrestaurants, chaotische Stadteile, geordnete Edelviertel. Nur wenigen nichtasiatisch aussehenden Menschen begegneten wir, darunter witzigerweise zweimal einer Gruppe Einradfahrer, und das in dieser gigantischen Stadt. Der Ausländeranteil in Seoul beträgt weniger als ein Prozent. Einen einzigen dunkelhäutigen Menschen trafen wir in den 10 Stunden, die wir unterwegs waren, niemanden offenbar arabischer Herkunft, nur wenig europäisch aussehende Touristen.

 

Da Seoul so riesengroß ist, darf man sich nicht zu viel vornehmen für nur einen Tag. Vermutlich reichen zwei Wochen nicht aus, um die sehenswertesten Orte innerhalb dieser Stadt einmal besucht zu haben. Um einen Eindruck zu bekommen, steigen wir in einen CityTourBus, nachdem uns der nette Ticketverkäufer im Hauptbahnhof wie selbstverständlich persönlich zur Haltestelle gebracht hat, natürlich nicht, ohne seinen Stand für diese Zeit kurz zu schließen. Der Bus fährt uns vorbei am War Memorial, am National Museum of Korea, durch Itaewon, das Stadtviertel, das wegen seiner internationalen Küche beliebt ist, durch Myeongdong, eines der bedeutendsten Einkaufsviertel Seouls, durch Namsangol Hanok Village, das Dorf der traditionellen Häuser am Namsan Fluss und vorbei am Dongdaemun Design Plaza, einem bedeutenden städtebaulichen Wahrzeichen Seouls mit großen Flächen für Ausstellungen und Veranstaltungen.

 

Unser erster Ausstieg ist am N Seoul Tower, dem knapp 240 m hohen Fernsehturm auf dem Berg Namsan. Einen Überblick über das enorme Stadtgebiet sollte uns der Blick von dort oben verschaffen, aber es ist so unglaublich feucht und diesig, das man nur wenig sieht und mehr erahnen muss. Dazu ziehen dunkle, schwere Regenwolken auf und kündigen einen kräftigen Schauer an. Wir sitzen wieder im Bus, als es zu regnen beginnt und stehen an der Bushaltestelle, als aus dem Regen ein monsunartiger Wolkenbruch wird. Nachdem sich der Himmel etwas beruhig hat, gehen wir zum Gyeongbokgung Palast. Leider sind wir zu spät dran, um noch hineingelassen zu werden. Um halb sechs ist in den Palästen Zapfenstreich. So können wir nur noch einen Blick aus einiger Entfernung auf ihn werfen. Er ist der erste und zugleich größte der fünf Paläste aus der Joseon-Dynastie in Seoul. Weiter geht es mit dem Bus zum Namdaemun Markt, dem größten traditionellen koreanischen Markt. Zum Hauptbahnhof zurück laufen wir. Viel haben wir nicht geschafft, als es dunkel wird und wir uns auf den Weg zurück nach Ansan machen. Nur einen winzigen Eindruck der Millionenmetropole bekamen wir an diesem einen Tag zu greifen.

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  1. Ursula Bebst
    | Antworten

    Hallo Ihr Lieben,

    ihr hattet eine erfolgreiche Zeit in Ansan!!!
    Danke, liebe Heike für die tolle Berichterstattung, dafür hast du auch eine
    Goldmedaille verdient!
    Wir wünschen euch einen guten Rückflug!

    Liebe Grüße, Uschi und Benjamin

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