DM MUni in Gleißenberg
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DM MUni in Gleißenberg

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Ein wahrhaft heißes Wettkampfwochenende erlebten die 93 Starter der Deutschen MUni-Meisterschaft am 4. und 5. Juli in Gleißenberg bei Cham im Bayerischen Wald. Und das gleich in mehrfacher Hinsicht:

In allererster Linie natürlich wegen der spannenden Wettbewerbe mit nahezu der gesamten MUni- Elite Deutschlands. Dann auf Grund der perfekten Organisation – man hatte die Meisterschaft in die Festtage zum 50jährigen Gründungsjubiläum des SV Gleißenberg-Lixenried integriert.
Und nicht zu vergessen – angesichts der extrem hohen Temperaturen, die am Meisterschaftswochenende in der Region herrschten. Aber die vergisst ohnehin niemand mehr, der die zwei glühenden Tage durchgestanden hat. Geländewettbewerbe bei fast 40 Grad Schattentemperatur absolvieren zu müssen, das hat vermutlich noch keiner der Teilnehmer erlebt. Und die Strecken waren teilweise ziemlich schwierig und hätten die Sportler schon bei angemessenen klimatischen Bedingungen grenzwertig gefordert. Vor allem die sechs Kilometer des Cross Country hatten es in sich. Aber die robusten Einradfahrer waren weder durch Hitze noch durch anspruchsvolles Gelände zu verschrecken.
Aber der Reihe nach:

Fünf Starter stellte der TSV Gars bei dieser DM

Annalena Söll in der AK U11

Henriette Höhne in der AK U13

Eliah Eibl in der AK U15

Konstantin Höhne in der AK U30

Michael Höhne in der AK Ü30

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Alle fünf gingen in allen drei Geländedisziplinen an den Start. Das waren Cross Country, Uphill und Downhill.

Den Cross Country gab es am Vormittag des ersten Wettkampftages. Die Strecke führte rund um Gleißenberg und hatte kernige Anstiege ebenso zu bieten wie gut abschüssige Abschnitte. Als extrem anspruchsvoll bezeichneten die Starter diese über knapp sechs Kilometer führende Runde. Der Schnellste (Ben Soja aus der U30) benötigte 22:15 Minuten.

Am Abend des gleichen Tages fand der Uphill statt. Er wurde auf einem um diese Zeit glücklicherweise im Schatten liegenden Wiesenhang ausgetragen und führte über 300 Meter steil hinauf. Er war genau wie der Cross Country sehr selektiv und entließ die Teilnehmer mit höchst unterschiedlichen Zeiten. Einige wenige leistungsstarke männliche Teilnehmer, zu denen Konstantin gehörte, schafften es, den Hang ohne Abstieg in einem Zug hochzufahren.

Am späteren Abend fanden dann im prall gefüllten Festzelt die Siegerehrungen für die beiden Disziplinen des Tages statt. So hatten die Einradler großes Publikum bei der Medaillenvergabe.

Der Downhill am Sonntag führte über 2,3 Kilometer von der Althütte über den Burgstall hinunter nach Gleißenberg. Er war anspruchsvoll, aber keinesfalls gefährlich und gefiel den Einradfahrern sehr gut.

Die jeweils besten 15 weiblichen und männlichen Starter durften dann am Nachmittag noch mal ran zum Expert Downhill, der ebenfalls an der Althütte begann, dann aber über etwas schwierigeres Gelände ins Tal verlief. Henriette und Konstantin gehörten dazu.

Was haben unsere Garser Starter erreicht?

Annalena war das erste Mal bei einer MUnimeisterschaft am Start und kehrte mit Medaillen in jeder Disziplin nach Gars zurück.
Im Crosscountry hatten die U11er mit ihren 20 Zoll-Rädern eine gewaltige Anstrengung zu vollbringen. Mussten sie doch für jeden Meter etwas mehr strampeln als die „Großen“ mit ihren 24er oder 26er Rädern. Annalena kurbelte wie ein Uhrwerk, kam völlig erledigt ins Ziel und wurde mit Platz drei belohnt.
Beim Uphill quälte sie sich wie alle anderen in der tropischen Hitze den Hang hinauf und durfte am Ende die Silbermedaille in Empfang nehmen.
Beim Downhill fuhr sie unerschrocken und trotzdem sicher und wurde Dritte.

Auch Eliah nahm das erste Mal an einem so großen Wettkampf teil und hat sich hervorragend geschlagen. Er hatte den sehr großen Nachteil, als ganz junger U13er (er ist vor wenigen Monaten erst 11 Jahre alt geworden) in der U15 starten zu müssen, da in seiner Altersklasse nicht ausreichend Teilnehmer vorhanden waren. Und sich unter diesen Voraussetzungen gegen fast 15 Jährige behaupten zu müssen, ist schon ein gewaltiges Unterfangen. In diesem Lichte betrachtet sind seine Plätze unter den ersten zehn in allen drei Disziplinen mehr als anerkennenswert. In der U11, der er ja gerade eben so knapp entwachsen ist, hätten seine gefahrenen Zeiten für Medaillen gereicht. Es heißt nun, etwas geduldig zu sein. Eliahs Zeit wird kommen, dann rockt er die Arena …

Henriette hat kräftig abgeräumt in Gleißenberg. Im Crosscountry fuhr sie mit 31:11 Minuten die schnellste Zeit aller U15 Damen und holte sich damit neben dem U13-Altersklassensieg auch den Juniorenmeistertitel.
Das Gleiche gelang ihr im Uphill mit sehr beherztem Kampf bergauf.
Im Downhill wurde es Platz drei in der Alterklasse und die Teilnahme am Expertfinale.
Schlussendlich gewann sie in der Addition der drei Wettbewerbe auch die Gesamtwertung „Juniorexpert“.

Konstantin kommt nun seit einem Jahr und seiner Ausbildung beim Bayerischen Rundfunk nahezu nicht mehr zum Einradfahren und hat seit letztem September höchsten fünf mal zwei Stunden auf dem MUni verbracht. So war es spannend, ob denn trotzdem noch etwas geht. Und es ging etwas. In der gewohnt starken AK U30 (die des Expert-Siegers) erkämpfte er im Cross Country Platz drei.

Im Uphill, der alle Jahre wieder hoffnungsvollen Disziplin der drei Höhnes, reichte es sogar für Platz zwei. Es war spektakulär anzusehen, wie er sich in einem Zug den Berg hinauf kämpfte.
Platz drei wurde es im Downhill sowie die Expertteilnahme.
Nun wird sich mancher fragen, wie es mit so wenig Training möglich ist, solche Ergebnisse zu erzielen. Aber Konstantin zehrt noch immer von seiner bärenstarken Kondition, die er für die WM 2014 aufgebaut hatte und genauso vom jahrelangen Training im Freestylekader, das für Basisfähigkeiten wir die enorme Sicherheit auf dem Einrad sorgte. Was uns wieder mal darin bestätigt, dass das Festhalten an der Vielseitigkeit im Einradsport der richtige Weg zum Erfolg ist.

Michael holte als der Seniorchef des Teams ebenfalls drei Medaillen. Es wurden zweite Plätze im Down- und im Uphill sowie im Crosscountry, alle in der AK Ü30.

Neben den Meisterschaftswettkämpfen gab es am Samstag noch einen Gleißenberg-Obstacle, sozusagen eine „Spielwiese“ mit hölzernen Einradhindernissen aller Art und diverser Schwierigkeitsgrade und einen Spaßwettkampf auf derselben.

Im Areal des Sportgeländes in Gleißenberg befindet sich ein kleines Freibad. Das war an den heißen Tagen die Rettung und hat die vermutlich auf über 39 Grad Körpertemperatur hochgeheizten Sportler nach den Wettkämpfen wieder herunter gekühlt und nebenbei noch für viel Spaß gesorgt.

Auch die Familien der Garser Starter sind mit nach Gleißenberg gereist. So hatten alle Sportler die optimale Unterstützung und wir gemeinsam eine richtig gute Zeit

Und wie bei jeder Meisterschaft bleiben wunderbar kuriose Dinge in Erinnerung. Diesmal die Choreographien rund ums Siegerpodest: Ein ortsansässiger Schreiner hatte ein ganz prachtvolles Exemplar in himmelblau gezimmert, so ein wirklich klassisches Teil, ein Siegerpodest wie gemalt, mit Platz eins in schwindelerregender Höhe. Kleinere zu ehrende Einradler mussten die obere Stufe regelrecht erklimmen. Aber es war eben etwas schmal geraten, und da Männlein und Weiblein einer Altersklasse immer gemeinsam zu Ehren kamen, wurde der Platz auf den einzelnen Stufen ziemlich knapp. Bei den zarten Pflänzchen bis zur U13 funktionierte das noch ganz gut, die Größeren und Älteren jedoch mussten sich schon einiges einfallen lassen, um sich auf ihrem Platz zu behaupten. So kam es mehr oder weniger freiwillig zu spontanen Umarmungen, paarkürähnlichen Haltefiguren und zu durchgehend belustigt lachenden Siegern, was den Erinnerungsfotos allemal gut tat.

Es waren eben, wie anfänglich gesagt, heiße, aber ganz prächtige Wettkampftage in der wie immer sehr angenehmen Gesellschaft der Einradler, und unser Dank dafür gebührt Gabriele Lang-Kröll und ihrem Orgateam von den Einradlern des einheimischen SV.

Und auch Belinda und Benjamin Bebst waren in Gleißenberg sehr erfolgreich. Sie gehören zwar nicht direkt zum TSV Gars, aber doch zu unserem Team.
Belinda erreichte mit Platz zwei im Downhill in der AK 17+ eine ganz hervorragende Platzierung in einem sehr starken Starterfeld. Im Crosscountry verfehlte sie mit Platz vier ganz knapp eine Medaille.
Benjamin holte jeweils Bronze im Uphill und im Downhill in der AKÜ30

Link zu den Ergebnislisten:  http://www.sv-gl.de/dm2015/ergebnisse_munidm.html

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