Wie beginnt man einen Bericht über eine Weltmeisterschaft im Marathon?
Eigentlich mit dem, worum es im Sport immer zuerst gehen sollte: mit den Sportlern.
Mit all jenen, die monatelang, manche jahrelang auf diesen Wettkampf hingearbeitet haben. Die Hitze, Erschöpfung und Schmerzen in Kauf genommen haben, um am Ende einer Weltmeisterschaft ihr Bestes zu geben. Mit beeindruckenden Leistungen, spannenden Rennen und großem sportlichem Einsatz.
Genau deshalb soll dieser Beitrag ausschließlich ihnen gehören.
Über das, was im Hintergrund geschah – über die zähen Diskussionen im Vorfeld, unzählige E-Mails, kurzfristige Streckenänderungen, das, was von der ursprünglichen Idee eines WM-würdigen Marathons am Ende noch übrig blieb, über eine organisatorische Situation, die nur knapp nicht völlig aus dem Ruder lief, und schließlich über eine Siegerehrung, die eines Weltmeisterschaftsrennens nicht würdig war – wird in einem eigenen Blogbeitrag zu berichten sein. Die Leistungen der Athleten verdienen es, nicht in einem Atemzug mit diesen Vorgängen genannt zu werden.
Wir hatten fünf Garser Fahrer im längsten Langstreckenrennen der UNICON 22 am Start – Timo Hirschmann, Henriette Höhne, Annalena Söll und Michael Höhne in der Kategorie unlimited, Lena Freimuth in Standard – und gingen mit drei Medaillen aus diesem Wettbewerb heraus.





Nach den noch vor Wochenfrist für den Wettkampftag angekündigten 38° und der ursprünglich für die Unlimited-Fahrer vorgesehenen Startzeit am Mittag waren die dann tatsächlich anliegenden 30° und die Startzeit von 8:45 Uhr bis 8:50 Uhr für alle Waves schon fast entspannt.
Die schnellsten Unlimited-Männer gingen zuerst auf die Strecke. Timo und Simon lieferten sich von Sekunde eins an über sechs Runden ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen um den Weltmeistertitel.


Diesmal hatte Simon auf der Ziellinie die Nase vorn – um eine Radbreite. Vielleicht spielte im Schlusssprint ein Rolle, dass Simon am Samstag einen Recovery-Tag hatte einlegen können, wohingegen Timo am Berg beim Downhill gekämpft hatte.

Ebenso faszinierend, weil eher unerwartet, war der spannende Kampf bei den Damen um die Goldmedaille.
Jana Tenambergen, Anna Schubert und Jette fuhren die komplette Strecke über Rad an Rad.
Am Ende war es Jana Tenambergen, die zuerst über die Finish-Line rollte. Jette holte den Vizeweltmeistertitel. Anna wurde Dritte.
Annalena fuhr ein 36er ohne Schaltung, kam also in die Wertung unlimited ungeared und wurde dort Fünfte.

Lena gewann mit fast sechs Minuten Vorsprung die Kategorie Standard und holte damit ihren zweiten Weltmeistertitel.

Michaels Platz wird nachgetragen. Leider sind die Marathon-Unlimited-Ergebnisse gerade mal wieder aus dem UDSA verschwunden.
Welch exzellente Leistung, ihr Fünf! Bravo!
Mit dem Marathon in den Beinen ging es dann zum Coasting und zum IUF-Slalom auf die Rennbahn.
Dort erlebten wir die dritte UNICON in Folge, an der es am Tag des Coasting-Wettbewerbs kräftig stürmte, wohingegen die Tage davor und danach absolut windstill waren. Aber das muss man in Maßen gelassen hinnehmen, Outdoorsportarten sind nun mal wetterabhängig.
Während des gesamten Coasting-Wettbewerbs herrschten schwierige Windverhältnisse. Vor allem kräftige Seitenwindböen machten den Fahrern zu schaffen. Zahlreiche Versuche endeten nicht aufgrund fahrerischer Fehler, sondern weil der Wind die Starter aus dem Gleichgewicht brachte. Die Wetterbedingungen waren damit eindeutig ergebnisbeeinflussend und erschwerten Vergleiche mit Leistungen unter normalen Bedingungen.
Die Medaillen gingen deshalb, wie schon in Bemidji 2024 und in Grenoble 2022, mit Weiten weg, die unter normalen Umständen kaum für einen Platz unter den ersten zehn gereicht hätten. Jette holte sich mit 67,50m die Bronzemedaille
Diese Medaillenfarbe hat heuer übrigens einen ganz besonderen und eigenen Stellenwert. Auf ihr ist auf der Rückseite „Worldchampionchips“ eingraviert, was sie mit dieser Fehlgravur begehrt macht, so dass viele gern einen Platz 3 erreichen würden.

Annalena wurde Fünfte in der Expertwertung, Timo erreichte Platz 7.
Die AK-Ergebnisse:
U30m – Timo Platz 1
U23w – Jette Platz 1, Annalena Platz 2
U13w – Sofia Platz 3
Im IUF-Slalom haben sich Annalena als Vorkampffünfte und Jette als Vorkampfachte für das Finale am 4. August qualifiziert.
Hier die AK-Resultate:
U70m – Micha Platz 3
U30w – Lena Platz 5
U30m – Timo Platz 6
U23w – Annalena Platz 1, Jette Platz 2
U15w – Laura Platz 3
U13m – Andreas Platz 4
U13w – Sofia Platz 3 (Video)
U11w – Sarah Platz 4
Die Starterfelder waren teilweise groß. Sofia z.B. setzte sich in der U13 gegen 27 Fahrerinnen aus 8 Ländern durch. Bei Laura waren es 33 Starterinnen aus 8 Ländern in der U15. Bravo!
Fotos und Video: privat, Mike Watson, Alex Williams, Sonja Maier


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