Die BM-Rennen 2026: Eine heiße Angelegenheit

Die BM-Rennen 2026: Eine heiße Angelegenheit

    Dieses Formular verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Daten verarbeitet werden.

    Die Komparation von heiß ist bekannt. Einmal mehr seit den Hitze-Sommern, die mit dem Jahr 2003 bei uns Einzug gehalten haben: Heiß – heißer – am heißesten.
    Für die BM 2026 am 20. und 21. Juni in Gilching bräuchte man fast noch eine vierte Form, um jene enorme Wärmebelastung zu verbalisieren und einzuordnen, der Fahrer, Ausrichter, Auswerter, Zeitmesser, Helfer, Trainer sowie Begleitpersonen im Kiesstadion ausgesetzt waren. Was alle gemeinsam unter diesen Bedingungen geleistet haben, verdient allergrößten Respekt. Nach der Hitzeschlacht an gleicher Stelle von 2025, von der wir annahmen, dass sie kaum noch zu übertreffen sei, hat das Wetter in diesem Jahr noch einige Grad draufgelegt.
    35 °C waren es am Sonntag.


    Wenn man bedenkt, dass die offizielle Temperatur in 2m Höhe im Schatten gemessen wird, bekommt man eine Vorstellung davon, unter welcher Gluthitze die Fahrer auf dem Tartanrund unterwegs waren und dabei Höchstleitungen vollbrachten. Erfahrungsgemäß kann die Oberflächentemperatur eines roten Tartanbelags bei voller Sonneneinstrahlung 20 bis 35 Grad über der Lufttemperatur liegen.
    Bei 35 °C sind daher für die Fahrer über dem Tartan durchaus solche Werte möglich:

    LufttemperaturTemperatur über der Oberfläche
    30 °C45–55 °C
    35 °C55–65 °C
    38 °C60–75 °C

    In Extremfällen wurden auf dunklen Laufbahnoberflächen sogar schon über 80 °C gemessen.
    Diese Werte stammen aus Studien der Pennsylvania-State-University und der University of Tennessee.
    Und alle, die bei den Rennwettbewerben der UNICON 21 dabei waren, haben sicher noch den schwarzen Rundbahnbelag an der Bemidji High School in wärmster Erinnerung …

    Bei Rennen trifft man überwiegend auf herzliche Menschen und sympathische Vereine, und das war auch diesmal nicht anders. Es ist uns jedes Mal eine große Freude, diesen zu begegnen und zwei Tage in einer Atmosphäre zu verbringen, die von Gemeinschaft, Leidenschaft und gegenseitiger Wertschätzung geprägt ist.

    Unser Dank geht an den Ausrichter TSV Gilching-Argelsried, der im zweiten Jahr nacheinander dafür gesorgt hat, dass wir zu einer BM-Rennen fahren durften. In der WM-Vorbereitung ist das besonders wertvoll.


    Für das Garser Einrad-Team waren Sarah Stettner, Sofia Maier, Andreas Stettner, Laura Stettner, Annalena Söll, Henriette Höhne, Lena Freimuth und Michael Höhne am Start. Timo Hirschmann musste erkrankungsbedingt leider passen.

    Sarah startete im integrierten Bayerischen Nachwuchs-Cup der Altersklasse U11. Das ist ihr letztes Jahr auf dem 20 Zoll-Rad. Im kommenden Jahr wird auch sie mit der 24-Zoll-Rennhexe unterwegs sein. Sie holte mit drei Mühldorfer Einradlern Platz 1 in der 4x100m Staffel und 4x400m Staffel. Dabei enteilten die vier flotten Fahrer ihrer Konkurrenz sehr deutlich. Platz 2 wurde es über 50m Einbein und 10m Wheelwalk. Einen dritten Platz erreichte Sarah im abschließend ausgetragenen Criterium.

    Sofia startete in der AK U13 und wurde Bayerische Vize-Juniorenmeisterin über 400m, 800m und im IUF-Slalom sowie mit vereinsübergreifenden 4x100m und 4x400m Staffeln. Platz drei wurde es im Criterium.
    Sechs Juniorexpert-Medaillen ergänzen nun ihr schon beträchtliche Sammlung.

    Andreas wurde Bayerischer Juniorenmeister über 100m, 50m Einbein und im Hochsprung sowie Bayerischer Vize-Juniorenmeister über 800m und im IUF-Slalom.

    Laura setzte sich in der AK U15 im IUF-Slalom durch und wurde in dieser Disziplin Bayerische Juniorenmeisterin.
    Junioren-Vizemeistertitel holte sie über 50m-Einbein und über 30m-Wheekwalk.

    Annalena, Lena und Jette hatten es mit den großen Starterfeldern in der AK U30 bzw. in der Kategorie weiblich open zu tun.
    Annalena wurde Bayerische Vizemeisterin über 400m. Dritte Plätze holte sie über 30m Wheelwalk und mit einer vereinsübergreifenden 4x400m Staffel.


    Lena holte Platz zwei mit einer vereinsübergreifenden 4x100m Staffel.


    Jette wurde Bayerische Meisterin im Weitsprung und im Coasting. Platz drei erreichte sie im Hochsprung.

    Michael musste es in Gilching mit den Mittzwanzigern und den Mittdreißigern aufnehmen – ein ungleicher Kampf der Ü60 gegen die absolute Leistungsspitze.
    Man darf die Elterngeneration unter den Fahrern durchaus bewundern, dass sie immer wieder so tapfer antreten und über das Zahlen der Startgebühren die Meisterschaften finanziell mittragen, obwohl sie dabei oft schon an der Startlinie verloren haben.
    Aber Micha zieht den Gewinn aus sozialen Kontakten und der wunderbaren „Bavarian Seniors“ – Staffel.

    Insgesamt war es eine gute Veranstaltung mit vielen schönen und wertvollen Momenten. Insbesondere Startmanagement, Zeitmessung und Auswertung überzeugten dank Vockes erneut auf hohem Niveau. Die deutlich sichtbare Erweiterung des technischen Equipments, beispielsweise durch zusätzliche Kamera- und Bildschirmtechnik zur Überwachung der 5-Meter-Linie beim Einbeinrennen, hat die Professionalität der Auswertung nochmals spürbar erhöht.
    Danke auch für das erneut sehr gute Catering durch die Gilchinger Eltern!

    Nicht vergeben wurden Altersklassen-Medaillen. Dies entspricht einem Trend, der unter Umständen darauf abzielt, dem Einrad-Rennsport einen professionelleren Außenanstrich zu verleihen.
    Wir betrachten diese Entwicklung jedoch mit ein wenig Sorge. Gerade in einer Zeit, in der sich der Rennbereich in einer schwierigen Phase befindet, schadet es wohl nicht, den Nachwuchs stärker in den Mittelpunkt zu stellen und dessen Leistungen sichtbar zu würdigen, damit uns die ohnehin wenigen Fahrer nicht auch noch abspringen. Leider setzt sich die Tendenz rückläufiger Starterzahlen und Leistungen im Junioren-Bereich fort. Vergleicht man die Teilnehmerfelder und Resultate von 2015 oder 2016 mit den aktuellen Zahlen, zeigt sich eine Entwicklung, die durchaus Anlass zur Besorgnis gibt.
    Beispiel Teilnehmerinnen IUF-Slalom in den AK U9/U11/U13/U15:

    2015201620252026
    81863541

    Starter BM insgesamt: 2015 – 142, 2016 – 173, 2026 – 107
    Es fehlen also vorwiegend die Junioren.

    Umso wichtiger erscheint es uns, gerade in diesem Bereich Anreize zu schaffen und die Motivation der jungen Fahrerinnen und Fahrer gezielt zu fördern. Eine stärkere Wertschätzung ihrer Leistungen könnte dabei ein kleiner, aber durchaus sinnvoller Baustein sein.

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert