Das Problem mit den Altersklassen-Ehrungen

Das Problem mit den Altersklassen-Ehrungen

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    Ein Punkt, der bei dieser UNICON enttäuschend war, betrifft den Umgang mit den Ehrungen der Altersklassen.
    Im Einrad gibt es – anders als in vielen anderen Sportarten – keine eigenen Jugend-, Junioren- oder Senioren-Weltmeisterschaften. Die UNICON ist die Weltmeisterschaft für alle Altersklassen. Damit sind die Altersklassenwettbewerbe ein ganz wesentlicher Bestandteil dieser Veranstaltung und keineswegs irgendein Nebenschauplatz. Dabei darf man auch nicht vergessen, dass jeder Teilnehmer zwischen 320 und 440 Euro Startgebühr bezahlt hat – und dafür darf man bei einer Weltmeisterschaft durchaus erwarten, dass auch die Altersklassensieger angemessen gewürdigt werden.

    Umso unverständlicher ist es, dass die Podestplätze der Altersklassen diesmal nicht mit Medaillen, sondern lediglich mit Aufnähern geehrt wurden, die im Nachhinein nicht mal mehr der Disziplin zugeordnet werden können, bei der sie gewonnen wurden. Wer bei einer Weltmeisterschaft seine Altersklasse gewinnt, hat viel erreicht, unabhängig davon, ob er zwölf, 25 oder 60 Jahre alt ist. Das sollte sich auch in der Form der Ehrung widerspiegeln. Ein Aufnäher kann eine nette Ergänzung sein, aber er ist kein angemessener Ersatz für eine Medaille.

    Dazu kommt die Gestaltung der Siegerehrungen. Eine Weltmeisterschaft sollte ihren Siegern einen würdigen Moment geben, und zwar auch den Altersklassensiegern. Stattdessen wurden diese Ehrungen teilweise zu Zeiten angesetzt, in denen ein großer Teil der Teilnehmer selbst noch im Wettkampf beschäftigt war. Damit fehlten nicht nur Zuschauer, die Atmosphäre und die Wertschätzung, die ein solcher Erfolg verdient, sondern auch die zu ehrenden Sportler selbst.

    Das ist mehr als eine organisatorische Unzulänglichkeit. Man muss sich bewusst machen, welche Wirkung das auf die Menschen hat. Die jungen Fahrer, für die eine solche Weltmeisterschaft ein ganz großes Erlebnis sein sollte, werden damit eher demotiviert. Und die älteren Fahrer, die teilweise seit Jahrzehnten Einrad fahren und ihre Altersklasse bei einer Weltmeisterschaft gewinnen, fühlen sich irgendwann schlicht nicht mehr ernst genommen.

    Dass das keine theoretische Befürchtung ist, zeigte sich unmittelbar vor Ort. Mehrere Fahrer und ganze Familien sind vorzeitig abgereist, weil sie vom Umgang mit den Altersklassenerfolgen so enttäuscht waren. Wenn Menschen eine Weltmeisterschaft verlassen, obwohl sie dort gerade einen Podestplatz errungen haben, sollte man sich sehr ernsthaft fragen, ob man ihnen die Wertschätzung entgegengebracht hat, die sie verdient hätten.

    Gerade weil es im Einrad keine separaten Jugend-, Junioren- und Senioren-Weltmeisterschaften gibt, muss die UNICON diese Aufgabe erfüllen. Die Altersklassen sind kein Anhängsel der Veranstaltung. Sie sind ein Teil der Weltmeisterschaft – und sollten auch genau so behandelt werden: mit Medaillen, würdigen Siegerehrungen und einem Rahmen, der den sportlichen Erfolg tatsächlich sichtbar und erlebbar macht.

    Und irgendwann stellt sich natürlich auch die ganz praktische Frage: Was macht man eigentlich mit zehn, zwölf oder noch mehr solchen Aufnähern? Auf die Jacke nähen? Auf die Tasche? Eine eigene Weltmeisterschaftsdecke daraus basteln? Vorausgesetzt natürlich, man findet noch jemanden, der weiß, wie man solche Teile überhaupt fachgerecht befestigt bekommt. Vielleicht wäre eine Medaille am Ende doch die unkompliziertere Lösung gewesen. Und eventuell braucht es bei der nächsten UNICON neben den Event Directors und Volunteer-Koordinatoren vorsichtshalber auch noch einen Nähkurs. Aber wir hoffen doch mal, dass man von der Idee, die Altersklassengewinner so zu vernachlässigen, wieder abkommt und ihnen bei zukünftigen UNICONs erneut mit Medaillen die angemessene Ehre erweist.

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