Großgruppe ist wieder Bayerischer Meister

Großgruppe ist wieder Bayerischer Meister

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    Vom 1. bis 3. Mai fand die Bayerische Meisterschaft im Einrad-Freestyle auf dem Schul-Campus im Münchner Osten statt. Für alle Vereine war die Wettkampfstätte neu, entsprechend groß gestaltete sich die Spannung bei der Anreise. Das weitläufige Gelände erwies sich zunächst allerdings für viele als etwas unübersichtlich. Zahlreiche Gebäude, lange Wege und verwirrende Gänge sorgten besonders am ersten Tag dafür, dass nicht jeder sofort den richtigen Weg fand. Die Wettkampfhalle selbst bot jedoch sehr gute Bedingungen. Es gab ausreichend Platz für Zuschauer und eine angenehme Atmosphäre für Sportler und Publikum. Besonders positiv fiel die große Einfahrhalle auf, die nahezu dieselben Maße wie die Wettkampffläche hatte – ein echter Vorteil für die Vorbereitung der Fahrerinnen und Fahrer und in dieser Form durchaus luxuriös.

    Insgesamt wurden 146 Küren gezeigt, damit 22 weniger als im vergangenen Jahr. Zwar waren viele schöne Programme zu sehen, insgesamt erreichten die Küren qualitativ jedoch nicht ganz das Niveau mancher früheren Meisterschaften. Die Bayerische Meisterschaft ist der erste Wettkampf im Qualifikationsmodus zur Deutschen Meisterschaft. Gerade in Bayern ist die Konkurrenz besonders groß, da hier deutlich mehr Starter antreten als bei vielen anderen Landesmeisterschaften. Entsprechend hoch war der Druck auf Fahrer, Trainer und Vereine, denn nur ein kleiner Teil der Teilnehmer kann sich letztlich für die Deutsche Meisterschaft qualifizieren. Damit entscheidet die BM oft nicht nur über einzelne Platzierungen, sondern prägt für viele Beteiligte den Verlauf eines gesamten Freestyle-Jahres. Motivation für intensives Training und die Arbeit ganzer Vereine hängen an den Ergebnissen dieses Wochenendes.

    Der TSV Gars war mit sieben Küren am Start. Im vergangenen Jahr waren noch zehn Garser Küren bei der Bayerischen Meisterschaft vertreten. Verletzungsbedingt musste Annalena Söll in diesem Jahr leider pausieren. Sowohl ihre Einzelkür als auch die Paarkür gemeinsam mit Hanna Grätzl qualifizierten sich dennoch automatisch für die Süddeutsche Meisterschaft im Oktober in Gilching, da es in der Altersklasse U23 nicht mehr Starterinnen gab als verfügbare Qualifikationsplätze. Eine im „Konzept für gemeinsame Wettkämpfe“ eigentlich vorgesehene Videobewertung wurde kurzfristig abgesagt. Diese wäre ohnehin nur schwer sinnvoll umzusetzen gewesen, da zum Jahreswechsel die Kürlängen an das IUF-Regelwerk angepasst wurden. Dadurch verkürzte sich die erlaubte Kürdauer von vier auf drei Minuten.

    Deutlich größer waren hingegen die Teilnehmerfelder in den jüngeren Altersklassen. In der Einzelkür der U11 gingen zehn Fahrerinnen an den Start und kämpften um lediglich drei Qualifikationsplätze für die Süddeutsche Meisterschaft – darunter auch Sarah Stettner und Helena Maier. Mit ihren Kürthemen „Die kleine Hexe“ und „Mavka“ belegten sie die Plätze vier und sechs. Dabei zeigten beide Fahrerinnen enorme Fortschritte im Vergleich zur Bayerischen Meisterschaft 2025 und dürfen zudem auch 2027 noch einmal in der Altersklasse U11 starten.

    Für die Süddeutsche Meisterschaft qualifizierten sich Sarah und Helena schließlich mit ihrer Paarkür zum Thema „Das doppelte Lottchen“. Bereits die Einzelküren waren ausdrucksstark – in der Paarkür steigerten sich die beiden jedoch noch einmal deutlich. Besonders berührend gelang die Darstellung der Zwillinge aus dem Erich-Kästner-Klassiker, als diese sich nach dem gemeinsamen Sommer am See wieder trennen müssen. Vor allem die emotional gespielte Abschiedsszene verlieh der Kür eine besondere Wirkung und sorgte auch im Publikum für bewegende Momente.

    Die Konkurrenz in der Paarkür der Altersklasse U13 wurde klar von Daniela Abrantes und Sofia Maier geprägt. In der zehn Paare umfassenden Wertungsgruppe gewannen sie mit mehr als drei Punkten Vorsprung. Ihre Kür zum Film „Encanto“ hat sich im Laufe der Saison zu einem kleinen Meisterstück entwickelt. Besonders beeindruckend war dabei, mit welcher Ruhe und Sicherheit Daniela und Sofia all das Geübte, Trainierte und Einstudierte punktgenau auf die Fläche brachten. Im Juniorexpert-Finale am Sonntag konnten sich die beiden sogar noch einmal steigern. Mit einem hervorragenden dritten Platz ließen sie dabei auch zwei Paare der Altersklasse U15 hinter sich. Damit qualifizierten sich Daniela und Sofia absolut verdient für die Süddeutsche Meisterschaft.

    Auch in der Altersklasse U17 war das Teilnehmerfeld mit zehn Paarküren stark besetzt. Laura Stettner und Selina Bögl erreichten hier mit ihrer Kür zum Film „Wicked“, basierend auf den Geschichten rund um den Zauberer und die Hexen von Oz, einen hervorragenden dritten Platz. In der Präsentationswertung wurden sie sogar auf Rang zwei gesetzt. Besonders bemerkenswert ist dieses Ergebnis, da Laura und Selina erst ihr erstes Jahr in der Altersklasse U17 bestreiten. Umso höher ist die direkte Qualifikation für die Süddeutsche Meisterschaft einzuschätzen.

    Lena Freimuth absolvierte bei der Bayerischen Meisterschaft erst ihre zweite Einzelkür überhaupt. Für ihr Programm hatte sie Musik aus dem Film „Harriet“ gewählt. Da ihre Altersklasse U30 jedoch lediglich mit zwei Fahrerinnen besetzt war, erhielt Lena am Samstag keinen regulären Altersklassenstart, sondern musste direkt am Sonntag im Expert-Finale antreten. Diese Vorgehensweise ist in mehrfacher Hinsicht wenig fahrerfreundlich. Zum einen müssen Sportlerinnen, deren Leistungsniveau noch nicht dem erfahrener Finalstarterinnen entspricht, unmittelbar zwischen den stärksten Fahrerinnen des Wettbewerbs antreten – eine Situation, die für Nervosität und Leistungsdruck zusätzlich belastend sein kann. Zum anderen entfällt für leistungsstarke Fahrerinnen, die sich ohnehin sicher für das Finale qualifiziert hätten, ein wichtiger Wettkampfdurchlauf unter realen Meisterschaftsbedingungen. Gerade diese zusätzlichen Kürdurchgänge sind für viele Sportlerinnen besonders wertvolle Erfahrungs- und Trainingsmomente. Trotz dieser schwierigen Ausgangslage präsentierte sich Lena sehr souverän und kämpferisch. Mit der Qualifikation zur Süddeutschen Meisterschaft steht für sie in diesem Jahr nun ein weiterer wichtiger Wettkampf bevor.

    Den Abschluss der Bayerischen Meisterschaft bildeten traditionell die Großgruppen. Das Garser Einrad-Team ging dabei als Titelverteidiger an den Start. Entsprechend groß war die Anspannung vor dem Auftritt bei Daniela Abrantes, Sofia Maier, Laura Stettner, Eva Mangstl, Selina Bögl, Annika Sperr, Simone Saller, Anne Gruber, Lena Freimuth, Sophia von Fraunberg sowie den Ersatzfahrerinnen Ronja Fischer und Annalena Lohmayer. Dabei stand nicht nur die Titelverteidigung auf dem Spiel. Fast noch wichtiger war ein Platz unter den ersten drei Mannschaften, denn nur damit blieb die Qualifikation für die weiteren Meisterschaften und damit das gesamte Freestyle-Jahr erhalten. Gerade unter den seit Jahren schwierigen Trainingsbedingungen wäre ein Saisonende an dieser Stelle besonders bitter gewesen.

    Der Gruppe steht inzwischen nur noch eine gemeinsame Trainingszeit pro Woche für alle Freestyle-Projekte zur Verfügung. Trainiert wird dabei in einer Halle, in der Einzel- und Paarküren gerade noch sinnvoll vorbereitet werden können, während die Großgruppe ständig an räumliche Grenzen stößt. Für intensivere und zielführendere Trainingseinheiten ist das Team deshalb regelmäßig darauf angewiesen, bei anderen Vereinen oder Gemeinden um Hallenzeiten anzufragen, diese teilweise teuer zu bezahlen und dafür weite Fahrten quer durch Südostbayern auf sich zu nehmen. Umso größer war die Freude, als die Großgruppe mit ihrer Kür „House of the Dragon“ den Bayerischen Meistertitel erfolgreich verteidigen konnte.

    Dieser Erfolg bedeutete nicht nur eine große Belohnung für die monatelange Arbeit, sondern schenkte dem gesamten Team neue Motivation und Energie für die kommenden Monate. Mit der Qualifikation zur Süddeutschen Meisterschaft wartet nun das nächste große Ziel. In den Jahren 2024 und 2025 erreichte die Garser Großgruppe dort jeweils den vierten Platz. Damals waren die Auswahlkader noch Teil des regulären Qualifikationsbetriebs. In diesem Jahr werden sie erstmals in einer eigenen Kategorie gewertet – eine Änderung, die wir für sehr sinnvoll halten und die neue Chancen eröffnet. Nun nimmt das Team den dritten Anlauf auf das große Ziel und hofft, diesmal den Sprung zur Deutschen Meisterschaft nach Offenburg zu schaffen.

    Alle Finals und die Gruppenküren waren dank Konstantin erneut im Livestream zu sehen und sämtliche Küren konnte man bereits wenige Minuten nach ihrem Ende online bestaunen.

    Unser Dank geht an den USC München, der sich als freundlicher und engagierter Ausrichter präsentierte. Viele Helferinnen und Helfer waren das gesamte Wochenende im Einsatz und sorgten dafür, dass der Wettbewerb reibungslos durchgeführt werden konnte. Auch das Catering wurde von den Teilnehmern und Gästen als sehr positiv wahrgenommen. Und Oliver Stronzik fand stets die richtigen Worte für Situationen aller Art – auch das ein Benefit dieser Meisterschaftstage in München.

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