Die UNICON 22 – ein Rückblick

Die UNICON 22 – ein Rückblick

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    Sportlich hatte die UNICON 22 einiges zu bieten. In vielen Disziplinen wurden herausragende Leistungen gezeigt, zahlreiche Weltrekorde verbessert, persönliche Bestleistungen aufgestellt und spannende Wettkämpfe ausgetragen. Besonders die Rennwettbewerbe überzeugten durch ein hohes sportliches Niveau und eine professionelle Durchführung. Auch Freestyle, Muni, Trial sowie die Sprungwettbewerbe boten starke Leistungen und teilweise deutliche Fortschritte gegenüber früheren UNICONs.

    Sehr erfreulich war auch die große Bandbreite der Teilnehmer. Kinder und Jugendliche traten ebenso an wie Erwachsene und langjährige Senioren. Gerade diese Altersvielfalt macht die UNICON zu einer besonderen Weltmeisterschaft. Im Einradsport gibt es keine getrennten Jugend-, Junioren- und Senioren-Weltmeisterschaften – die UNICON ist die gemeinsame Weltmeisterschaft aller Altersklassen. Entsprechend groß ist die Bedeutung der Altersklassenwettbewerbe, die einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass Einradsportler über viele Jahrzehnte hinweg aktiv bleiben können.

    Eine besondere Herausforderung war in diesem Jahr das Wetter. Die Weltmeisterschaft wurde von einer außergewöhnlichen Hitzewelle begleitet. Temperaturen von deutlich über 35 Grad und zeitweise mehr als 40 Grad stellten die Sportler, aber auch Helfer, Organisatoren und die technische Infrastruktur vor erhebliche Belastungen. Gerade bei den Bahnwettbewerben wurde die Hitze auf dem Tartan zu einem zusätzlichen Faktor. Auch nachts kühlten die Temperaturen teilweise kaum ab, sodass die Erholung zwischen den Wettkämpfen erschwert wurde. Trotz dieser schwierigen Bedingungen konnten die Wettbewerbe durchgeführt werden. Die Leistungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer verdienen deshalb umso mehr Anerkennung.

    Eine Weltmeisterschaft besteht allerdings nicht nur aus sportlichen Ergebnissen. Sie lebt auch von Begegnungen, Freundschaften und dem Gemeinschaftsgefühl, das den Einradsport seit vielen Jahren prägt. Menschen aus zahlreichen Ländern treffen sich, unterstützen sich gegenseitig und verbringen unabhängig von Alter, Herkunft und Leistungsniveau eine gemeinsame Zeit auf und neben der Wettkampffläche.

    Die UNICON 22 hat dabei einmal mehr gezeigt, wie vielfältig unser Sport geworden ist. Vom Nachwuchsfahrer bis zur langjährigen Seniorin, von Weltklasseleistungen bis zum persönlichen Erfolg beim ersten internationalen Wettkampf reicht die Bandbreite.

    Am Ende bleiben deshalb vor allem die vielen sportlichen Erfolge, die Begegnungen und die gemeinsamen Erlebnisse. Gleichzeitig bietet jede UNICON die Möglichkeit, aus den Erfahrungen zu lernen und die nächste Weltmeisterschaft noch besser zu machen.

    Ein großes Dankeschön gilt allen Sportlern, Trainern, Betreuern, Eltern, Volunteers, Event Directors, Kampfrichtern, Fotografen, Livestream-Teams und Organisatoren, die mit ihrem Einsatz dazu beigetragen haben, dass die UNICON 22 stattfinden konnte und ein schönes Erlebnis wurde.

    Was wird in Erinnerung bleiben von dieser 22. Einradweltmeisterschaft im oberösterreichischen Steyr?

    Die große Hitze.

    Viele sehr gut organisierte Wettbewerbe

    Die herausragende mediale Aufbereitung, die ganz neue Dimensionen erreichte.

    Eine schöne Eröffnungsveranstaltung mit dem stimmungsvollen Einmarsch der Nationen.

    Die erste UNICON mit würdigen Expert-Siegerehrungen, mit dem Abspielen der Hymnen und mit dem Zeigen der Bilder der Medaillengewinner.

    Der organisatorische Fehlschlag beim Marathon.

    Die Enttäuschung über fehlende Altersklassenmedaillen und nicht zugelassene Juniorenfinals in mehreren Disziplinen.

    Und natürlich die große Dankbarkeit darüber, dass sich der ASKÖ Laufrad Steyr dieser Mammut-Aufgabe angenommen hat, die UNICON 22 auszurichten – ganz herzlichen Dank dafür, dass ihr den Einradfahrern aus aller Welt dieses schöne Erlebnis ermöglicht habt!!!


    Eine sehr stimmungsvolle Eröffnungsfeier, die wir in dieser respektvollen Form noch bei keiner UNICON erlebt haben, schickte die Teilnehmer und Betreuer, die Familien und Freunde am 25. Juli in erlebnisreiche 14 Wettkampf-Tage. Für uns begannen sie mit dem Trial. Ein kleiner Rückblick auf die Disziplinen, an denen Garser Sportler teilgenommen haben.

    Trial

    Der Trial läuft seit vielen UNICONs verlässlich und geschmeidig durch. Größere Probleme gibt es dort kaum, auch diesmal lief vieles reibungslos. Ein wenig Kritik hörte man zum knappen Platzangebot für die Easy Lines. Das Gros der Starter bewegt sich im Vorkampf dann doch im Bereich Easy bis maximal Medium, und all diese Fahrer drängten sich auf engstem Raum. Das birgt durchaus Unfallpotenzial. Beim Speed Trial hatte man kurzerhand die Regeln geändert, ohne diese Änderung allen Teilnehmern zuverlässig mitzuteilen. Lediglich am Wettkampftag ausgehängte Zettel informierten über das neue Vorgehen – und hebelten damit faktisch die auf der UNICON-Website veröffentlichte Ausschreibung aus.

    10 km Straßenrennen

    Der Kurs führte mit Start und Ziel auf der Rennbahn schlussendlich durch enge Kurven und über schmale Fahrbahnen, verlief durch Wohngebiete und beinhaltete das Queren von Tiefgaragenausfahrten sowie das Passieren zahlreicher parkender Fahrzeuge, die den ohnehin begrenzten verfügbaren Raum zusätzlich einschränkten. Da der Marathon allerdings noch weitaus größere Probleme aufwarf, verblassten die bei den 10 km vorhandenen organisatorischen Mängel beinahe gnädig im Hintergrund.

    Jumps on track

    Die Weit- und Hochsprungwettbewerbe auf der Leichtathletikbahn wurden im Juli kurzfristig als Krankheitsvertretung von Lars und Jan Vocke übernommen. Wenn man hört, dass die beiden verantwortlich zeichnen, kann man sicher sein, dass die Wettbewerbe exzellent ablaufen werden. Genauso war es dann auch – obwohl ihnen nur wenige Tage zur Vorbereitung blieben. Die Vorkämpfe am 27. Juli waren noch stark vom Wind beeinflusst, während am 28. Juli zum Finale ideale Bedingungen herrschten.

    Criterium

    Das Criterium gehörte zum zweiten Mal zum WM-Programm und erfreut sich inzwischen großer Beliebtheit. Der Kurs war gut, die Zeitmessung hingegen gab Rätsel auf. Dass bei einer Transpondermessung mit Race Result sämtliche Zeiten ausschließlich mit „…,000“ ausgewiesen werden, ist bei einem derart leistungsfähigen Messsystem kaum vorstellbar.

    Muni-Wettbewerbe

    Nach vielen UNICONs gab es in Steyr erstmals wieder richtig gute Muni-Wettbewerbe. Hier hatte sich im Vergleich zu früheren Veranstaltungen tatsächlich etwas um Lichtjahre verbessert. Muni war bei vielen bisherigen UNICONs eher der Problembereich der WM, doch diesmal hat man mit der Organisation, für die Paul Baumgartner und Ben Soja verantwortlich waren, einen riesigen Schritt nach vorne gemacht. Ein großer Glücksgriff war, dass man den Bergradsportverein in Windischgarsten am Wurbauerkogel für die Veranstaltung gewinnen konnte. Der Verein übernahm die Hauptorganisation vor Ort, und das war richtig brillant. Er stellte zahlreiche Streckenposten, sodass auf Sicht gearbeitet werden konnte – etwas, das es bei einer WM bislang noch nicht gegeben hatte – und sorgte außerdem für die wagemutigen Vorfahrer. An den Wettkampfstätten standen ausreichend Fahrzeuge und Helfer der Bergwacht bereit. Dazu organisierte der Verein ein gutes Catering und übernahm die Flower Ceremonies, inklusive netter Geschenktüten für die jeweils ersten fünf einer Disziplin. Ein wenig skeptisch war man wegen der sehr anspruchsvollen Cross-Country-Strecke. Die war High-End und beinhaltete unter anderem den Uphill, der später auch im Einzelwettbewerb befahren wurde. Je nachdem, ob man die Cut-off-Time geschafft hatte, musste man den steilen Anstieg bis zu viermal bewältigen – für die Spezialisten aber wohl kein Problem.

    Jumps on platform

    Genau wie die Jumps on track sind auch die Palettensprungdisziplinen ganz kurzfristig vertretungsweise übernommen worden. Hier hat Jelle Dillen aus Belgien gute Arbeit geleistet und in kürzester Zeit einen wertvollen Wettbewerb organisiert.

    Marathon – oder eher: das 41,64km-Rennen

    Darüber gibt es aus gegebenen Anlässen einen eigenen Blogbeitrag.

    Freestyle

    Der Freestyle lag in Steyr in den Händen von Tamara Bischoff, unterstützt von Daniela Fischer und Annalena Blaschke. Und das war gut so, denn das offerierte wunderbar organisierte Wettbewerbe. Was trotz zuweilen fehlender Unterstützung durch den Hauptorganisator in der Stadthalle auf die Beine gestellt und durch ideenreiche mediale Aufbereitung den Teilnehmern und Zuschauern präsentiert werden konnte, hatte höchstes Weltmeisterschafts-Niveau. Um ein Verständnis dafür zu entwickeln, warum die Freestyle-Resultate bei UNICONs oft so schwer nachzuvollziehen sind, habe ich mich erstmalig an der Juryarbeit beteiligt. Einiges an Merkwürdigkeiten in den Reihungen hat sich leider erklärt, anderes bleibt im Bereich der Vermutungen. Und vieles liegt noch immer in einem Wertungssystem begründet, dass die Juroren nicht ausreichend unterstützt und sie durch fehlende klare und nachvollziehbare Regeln nicht hinreichend vor dem Vorwurf der Willkür schützt.

    Track-Races

    Ein Highlight zum Schluss: Die Rennwettbewerbe – wie immer und wie erwartet vom Feinsten! Danke an Lars und Jan Vocke, Lena Vocke und Philipp Schmid für die wunderbar organisierten und so geschmeidig durchgeführten Wettkämpfe! Wir wissen, dass ihr für Junioren-Finals gekämpft habt und dass euch diese letztlich untersagt wurden. Wie schade – und wie kurzsichtig von den Verantwortlichen, den jungen Startern ein solches Erlebnis zu verwehren. Meine Meinung: Wenn man die Jüngeren von Vornherein von adäquaten Wettkampf- und Ehrungserfahrungen ausschließt, sollte man ihnen konsequenterweise auch ein entsprechend reduziertes Startgeld anbieten.


    Wir wissen, dass es bei der UNICON 22 mehrere Personen gab, die

    – unzählige Probleme im Hintergrund gelöst haben
    – mit ihrer unermüdlichen Arbeit von der großen Menge der Teilnehmer kaum bemerkt wurden
    – Sollbruchstellen vorausahnten und Brüche mit Weitsicht verhinderten
    – schnelle Lösungen für akute Notfälle fanden
    – kurzfristig mit Ideen und deren Umsetzung aufwarteten, welche die UNICON schöner und sicherer machten
    – fast Tag und Nacht geschuftet haben und die ein ganz erheblicher, wichtiger und wertvoller Teil der WM waren.

    Ohne diese mit Herzblut und Einsatz fast im Verborgenen um das Gelingen der UNICON kämpfenden Menschen wäre die WM in Steyr nicht so erfolgreich und bereichernd abgelaufen.
    Euch allen aus tiefstem Herzen – DANKESCHÖN!

    Und noch einmal vielen Dank an Evelyn und Pascal Rohn und ihr Team für das Ausrichten und Hosten der UNICON 22 in Steyr! Erholt euch gut und genießt den Erfolg eurer Arbeit.

    Fotos: privat, Monika Söll und Thomas Höser

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