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„Der Nussknacker“ – Weihnachtskür 2018

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Alljährlich gehört er zur Vorweihnachtszeit wie Lebkuchen, Adventskalender, Nikolaustag oder gemütliches Kerzenlicht:

„DER NUSSKNACKER“

 – das märchenhafte Ballett nach der Musik von Peter Iljitsch Tschaikowski, zu dem E.T.A Hofmann mit seiner Geschichte „Nussknacker und Mäusekönig“ die literarische Vorlage lieferte. Wohl jede Ballettkompanie der Welt hatte dieses Stück schon mindestens einmal in ihrem Repertoire. Doch als Inszenierung für 33 Fahrer und ebenso viele Einräder gab es das noch nicht, zumindest haben wir bei unseren Recherchen nichts darüber gefunden. Also eine Weltpremiere? Nun, ganz sicher können wir das nicht behaupten, aber gut möglich wäre es schon.

Die Handlung ist in der Tat märchenhaft, zauberhaft sogar: Ein kleines Mädchen namens Marie (das im russischen Original Mascha heißt) steht im Zentrum der Geschichte. Sie bekommt von ihrem Lieblingsonkel Drosselmeier am Weihnachtsabend im Kreise zahlreicher festlich gekleideter Gäste einen hölzernen Nussknacker geschenkt, von dem sie in der Nacht prompt träumt. In diesem Traum führt der quicklebendige Nussknacker eine ganze Armee von Spielzeugsoldaten an, um gegen den bösen Mäusekönig zu kämpfen. Der Nussknacker gewinnt mit Maries Hilfe, verwandelt sich in einen Prinzen und führt das Mädchen ins wunderbare Reich der Zuckerfee. Dort erleben sie schöne Tänze und einen glamourösen Ball, zu dem die Zuckerfee einlädt. Letztlich erwacht Marie am folgenden Morgen in ihrem Bett, den Nussknacker fest im Arm, und alles war nur ein wundervoller Traum. Oder etwa doch nicht…?

So ganz wird man das wohl nie ergründen, und gerade diese Mystik macht einen Teil der „Nussknacker“-Faszination aus.

In monatelanger Vorbereitung entwickelte sich in Gars Stück für Stück und Bild für Bild der ganze Zauber dieser Geschichte. Dabei wagten wir uns erstmalig an ein so komplexes Projekt heran, bei dem alle Fahrer mehr oder weniger permanent auf der Bühne im Einsatz sind. Anfänglich schien es schier unmöglich, diese Multidimensionalität trainiert und auf der Kürfläche organisiert zu bekommen. Die Kinder üben in drei verschiedenen Leistungsgruppen, sehen sich also im Trainingsalltag gar nicht. Trotzdem musste das Geschehen irgendwie synchronisiert werden. So gingen wir durch sämtliche emotionalen Höhen und Tiefen, Euphorie wechselte sich mit Verzweiflung ab, aber auch das gehört alljährlich zu unserer Vorbereitung, und es würde uns wohl völlig verunsichern, stellte sich diese emotionale Achterbahn nicht zuverlässig ein. Es gehört einfach dazu, so ca. um Mitte November herum zu meinen, jetzt ist alles verloren. Und wie in jedem Jahr fügte sich durch unermüdliche Arbeit dann doch ein Puzzleteil zum anderen, und am 16. Dezember stand das Konstrukt auf ziemlich sicheren Füßen.
Grundlage dafür ist das immer disziplinierte und engagierte Mittun der Fahrer. Es freut und ehrt uns Übungsleiter, dass die Kinder, die Jugendlichen und unsere inzwischen jungen Erwachsenen so gut mitarbeiten – Pubertät hin oder her. Wenn es um die Sache geht, sind alle hundertprozentig dabei.

Organisatorisch und medial ist die Show vor allem Konstantins Werk. Er schafft die Struktur, leitet die vorbereitenden Sitzungen, schneidet die Musik, dreht die Filme, beschafft die Technik und baut sie auf – eine alle Jahre wieder gewaltig aufwendige Aktion von vielen Stunden, koordiniert die BR Azubis an den Kameras und verarbeitet das dabei entstandene Material zu einem stimmungsvollen Film und hat mit Ton und Licht die Gesamtleitung am aufregenden Aufführungsabend. So zusammengeschrieben, wird uns noch immer wieder bewusst, was er da Gewaltiges leistet. Die nüchterne Turnhalle der Mittelschule Gars verwandelt sich mit Licht, Leinwand, Beschallungstechnik, Deko und aufwendiger Bestuhlung stets in einen charmanten Aufführungssaal. Unzählige Helfer sorgen am Tag vor dem Ereignis für diese wundersame Metamorphose.

Ein emsiges Organisationsteam agierte Monate zuvor schon im Hintergrund, sorgte für die Kostüme, orderte die Plakate und Flyer, koordinierte die Versorgung mit Speis und Trank und leistete der Arbeiten noch zahlreiche mehr. Ohne so engagierte Eltern wäre so ein umfangreiches Projekt undenkbar. Und das Schöne daran: Alle sind mit Spaß bei der Sache, so dass die vorbereitenden Treffen auch immer wieder nette Zusammenkünfte darstellen, auf die man sich freuen kann.

Und dann ging es los am 16. Dezember um 18 Uhr! Die Freude, aber auch die Aufregung hinter den Kulissen stiegen in den letzten Stunden gewaltig. Gerade die Kleinen konnten den Start fast nicht mehr erwarten, löcherten uns ab halb sechs minütlich mit Fragen nach der Uhrzeit und mit der Bitte, den Start doch vorzuziehen, der Saal wäre doch ohnehin schon übervoll. Das hatten sie hinter dem Vorhang hervorlugend gut erkannt. So viele Zuschauer wie nie zuvor füllten die Plätze und die in Windeseile noch zusätzlich aufgebauten Bänke und Kästen, denn der endlose Strom der Besucher passte nicht mehr auf die schon großzügig vorbereitete Bestuhlung.

Punkt sechs startete die Ouvertüre, es wurde dunkel und still im Saal, das erste Bühnenbild erschien auf der Leinwand und der Zauber begann. In den kommenden fast eineinhalb Stunden erweckte der „Nussknacker“ zum Leben und verzückte ca. 300 Zuschauer, rührte einige von ihnen zu Tränen und nahm sie mit in die wundersame Welt des Märchens und die beeindruckende Sportart Einradfahren, zusammengefügt in diesem Spektakel.
Alles klappte hervorragend, und große Gefühle durchströmten danach Fahrer wie Zuschauer. Glück und Stolz mischten sich mit Erleichterung und wohliger Entspannung.

Viele fleißige Hände sorgten dafür, dass in knapp zwei Stunden die Turnhalle wieder ihr ursprüngliches Erscheinungsbild zurückbekam. Aber der Geist des „Nussknackers“ schwebte noch für einige Zeit durch den sonst so sportlich, sachlichen Schulturnsaal, da waren wir uns sicher …

Fotos © Belinda Bebst

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