Internationale Zuffenhäuser Meisterschaft
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Internationale Zuffenhäuser Meisterschaft

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Zum 12. Mal veranstaltete der SSV Zuffenhausen seine „Internationale Zuffenhäuser Meisterschaft im Einradrennen“.
Zu finden ist dieser Ort in Stuttgart und markiert dort den drittgrößten der äußeren Stadtbezirke.

Nachdem schon im letzten Jahr mit der achtjährigen Anna Steffan erstmalig eine Fahrerin des Einradteams Gars im Schwabenlande an den Start gegangen war, folgten heuer Luzia Gerzer, Henriette Höhne, Andreas Gerzer und Michael Höhne der Einladung in Baden-Württembergs Hauptstadt. Am 30. September und 1. Oktober waren sie vier der 120 Teilnehmer aus Belgien, der Schweiz, Italien und Deutschland.

Die Veranstaltung begann mit den 100 Metern. Bei besten Wetterbedingungen ging der erste der 29 Läufe um 9:45 Uhr an den Start. Schon in Lauf zwei waren Andreas und Michael an der Reihe. Während Andi leider nicht ins Ziel kam, holte Michael mit neuer persönlicher Bestleistung von 17,05 s Platz drei in der AK 30+. Henriette nutzte wie immer die 100 m als Aufgalopp für ihre später am Tag folgenden Paradedisziplinen und fuhr auf Platz 13 in der AK U15. Tolle Vierte wurde die erst achtjährige Luzi unter all den Neun- und Zehnjährigen in der AK U11 mit 22,15 s.

Parallel begann auf der Gegengeraden der Wettbewerb im Coasting. Hier setzte Henriette einen Paukenschlag. Sie coastete unglaubliche 115,20 m und holte neben dem Altersklassensieg auch die Expertwertung und damit den Titel „Internationaler Zuffenhäuser Meister“.

Auf dem Handballfeld hinter der östlichen Kurve der Bahn hatte man den IUF-Slalom aufgebaut. Wie immer war das Getümmel um diese Disziplin groß. Eine lange Reihe Wartender schlängelte sich bis zum Nachmittag über den Platz. Der Tartan war sehr gut und griffig und erlaubte allerbeste Ergebnisse. So sahen wir den neuen Weltrekord von Miriam Lips aus der Schweiz, erstmalig unter 18 Sekunden (genaue Zeit wird nachgeliefert).
Luzia wurde auch in dieser Disziplin hervorragende Vierte in neuer persönlicher Bestleistung von 30,45 s. Schon sehr rund und flüssig gelang der zweite ihrer beiden Durchgänge. Auch Michael senkte seine bisherige Bestzeit auf 26,22 s und holte Platz drei in der AK 30+. Henriette durchbrach erstmalig die Schallmauer der 20 Sekundengrenze und gewann mit 19,94 s ihre Altersklasse.

Sie durfte als Viertbeste aller Teilnehmerinnen am Abend nochmal im Finale antreten. Mit 20,18 s wurde sie schlussendlich Sechste der Expertwertung. Als es am späteren Nachmittag etwas ruhiger zuging rund um die zehn rot-weißen Kegel, probierte sich Andreas in dieser Disziplin. Seine beiden Versuche waren sehr vielversprechend. Jeweils ein kleiner Wackler in der Fünferreiher warf einen der Pylonen um, so dass die Läufe leider nicht gültig gewertet wurden. Wenn man aber bedenkt, dass er erst seit Januar auf dem Einrad sitzt und vielleicht bisher dreimal den Slalom in Gars geübt hat, so lässt das auf noch gute Ergebnisse in der Zukunft hoffen.

Auf der Bahn ging es dann mit den Einbeinrennen weiter. Die Garser Damen waren hierbei an diesem Tag etwas glücklos. Vor allem für Luzi schmerzte uns das mächtig, da sie es im Training schon so viele Male über die Ziellinie geschafft hatte. Es kam nur eine der U11erinnen überhaupt ins Ziel. Durchkommen hätte für sie eine erste Rennmedaille bedeutet. Henriette erwischte einen fulminanten Start, hatte aber an der Fünfmeterlinie zu viel kampfeslustige Vorlage und stieg deshalb leider ab.
Die Herren hingegen brachten ihre 50 Meter Einbein souverän ins Ziel. Auch diese Strecke übt Andreas erst seit wenigen Wochen, weshalb das erfolgreiche Beenden derselben in 17,57 s uns alle und auch ihn selbst staunen ließ und erfreute. Michael fuhr mit 12,94 eine neue Bestzeit und holte sich dafür die Silbermedaille ab.

Den ersten Wettkampftag beschlossen die Rennen über die Stadionrunde. Luzi gewann ihren Lauf in der U11 in 1:36,58 min und wurde insgesamt Vierte. Michael und Andreas fuhren mit 1:10,84min und 1:23,48 min über diese 400 Meter zu neuen Bestleistungen sowie den Plätzen vier und sechs.

Durch die gut funktionierende Zeitmessung kam man flott durch den ersten Tag. Die Läufe konnten zügig nacheinander gestartet werden, und die Ergebnisse ließen nie lange auf sich warten. So machen Rennwettkämpfe Spaß.

Am Sonntag morgen erwartete uns eine regennasse Bahn voller bunter Blätter. Fleißige Helfer bemühten sich, die herbstlichen Boten vom Stadionrund zu entfernen. So nach und nach schaffte es im Laufe des Tages auch die Sonne, über die Laubbäume hinweg das Oval zu erreichen und den Tartan teilweise abzutrocknen.
Die Sprungdisziplinen und speziell den Weitsprung hatte man in einer Ecke der Anlage angesiedelt, in welcher die wärmende Sonne zuletzt erschien. Statt dessen kamen die langsam vorwärts und rückwärts Fahrer in den Genuss, dass ihre Bretter im prallen Sonnenschein auslagen und deshalb der Tartan um sie herum schon sehr bald vollkommen trocken war. Vergleicht man die beiden Disziplingruppen in puncto Verletzungsrisiko auf rutschigem Untergrund, so war es nicht komplett nachvollziehbar, weshalb man die Wettkampfanlagen so verteilt hatte. Der beim Weitsprung sehr eingeengte Auslauf machte die Sprünge nicht einfacher.
Michael stürzte bei nur einem Meter und konnte diese für ihn normalerweise immer springbare Weite danach leider nicht mehr bewältigen. Für Henriette war bei 2,35 m Schluss. Das brachte zwar den Expertsieg, aber so ganz zufrieden mit dem Ergebnis war sie trotzdem nicht. Andreas hat bei seinem ersten Weitsprungwettkampf 50 cm zu Buche stehen.

Parallel startete auch der Hochsprung. Den gewann Henriette in der U15 mit 52 cm. In der Gesamtwertung reichte das für Platz zwei. Für den Sieg hätte sie nur zwei Zentimeter höher springen müssen. Michael schaffte 43 cm und war sehr zufrieden mit dieser Leistung.

Das erste Tagesrennen auf der Rundbahn waren die 800 Meter. Alle drei antretenden Garser – Luzi, Andreas und Michael – erkämpften sich neue persönliche Bestleistungen. Für Medaillen langte es knapp nicht.

Im danach gestarteten Wheelwalk kam Michael das erste Mal überhaupt ins Ziel auf dieser technisch so anspruchsvollen Strecke. Die Überquerung der Ziellinie war dementsprechend von einem Ausruf der Freude begleitet.
Henriette wurde das dichtgedrängte Programm ein wenig zum Verhängnis. Da man den Sprungwettbewerben laut Zeitplan nur vier Stunden einräumte und vor dem Beginn der Staffelrennen damit fertig sein wollte, musste sie ihre Sprünge bis zu ihrem WW-Lauf beendet haben. Wegen der nassen Bahn hatte sie so lange wie möglich auf Trocknung gewartet, absolvierte ihren letzten Versuch über 2,40 m, schnappte sich ihre Rennhexe und düste zu ihrem schon aufgerufenen Lauf auf die Bahn. So völlig ohne Vorbereitung war dann leider gleich nach dem Start Schluss. Für einen gelungenen WW bedarf es einer gewissen Konzentrationsphase im Vorlauf. Entgegen der sehr klaren Aussage bei der morgendlichen Trainerbesprechung, dass man trotz der Nässe das Zeitfenster der Sprungwettbewerbe keinesfalls nach hinten verschieben würde, hielt man die Anlage dann doch über drei Stunden länger als geplant geöffnet. Schade, hätten wir das vorher gewusst, wäre manches entspannter und vielleicht auch erfolgreicher abgelaufen.
Auch Luzi versuchte sich tapfer im Wheelwalk, der im Training hin und wieder schon richtig gut klappt. In Zuffenhausen wollte er noch nicht gänzlich gelingen, aber im kommenden Jahr wird sie zweifelsohne ihre erste WW-Zeit in einer Ergebnisliste stehen haben.

Großen Spaß bereitete den vier Garsern die abschließende 4 x 100 Meter-Staffel. Andi, Micha, Jette und Luzi – so lautete die Besetzung. Sehr gut klappten die Wechsel, besonders gelungen und elegant der von Jette auf Luzi. Unsere kleine Schlussfahrerin, die ihre Staffel auf Platz zwei ihres Laufes über die Ziellinie steuerte, bekam dementsprechend auch jede Menge Applaus. Mit einer Zeit von 1:18 min waren die vier durchaus flott unterwegs.

Unser Dank für diesen Wettbewerb geht an den ausrichtenden SSV Zuffenhausen und das nette Team des Caterings, das zwei Tage lang allerlei Kulinarisches anzubieten hatten.

 

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