Sonntag, 17. August
» » Sonntag, 17. August

Sonntag, 17. August

eingetragen in: UNICON 17, Urlaub Kanada | 0

Die Sonne scheint!!! Glücksgefühle pur!!! Was in Montreal eine Selbstverständlichkeit war, ist während unserer Rundreise ein Ereignis mit Raritätsstatus und Grund zum freudigen Jubilieren. In der wärmenden Sonne gefrühstückt haben wir schon, jetzt wird alles zusammengepackt und rutschfest verstaut, dann reisen wir weiter nach Kingston. Das soll eine der schönsten Städte Ontarios sein, gelegen am Ufer des gleichnamigen Sees. Bis zum QEW, dem Queen Elisabeth Highway, müssen wir erst noch einige Kilometer retour über eine unbefestigte, holprige  Zufahrtsstraße, die uns schon gestern Abend ausgesprochenes „Vergnügen“ bereitet hat …

Auf dem Weg Richtung Osten hoffen wir, auf eine der Filialen des weltbekannten schottischen Spezialitätenrestaurants zu treffen. Diese haben meist W-LAN, dann kann Konstantin unseren Blog wieder ein wenig füttern.

Bei Wal-Mart kaufen wir einen Fußabtreter nach. Der unsere ist an der Georgian Bay liegen geblieben. So eine Matte ist unverzichtbar, will man nicht Sand, Erde und Kiefernnadeln zu Hauf in die Behausung hineintragen, um all das dann wegen der allgemeinen Enge später unter anderem auch in den Betten wiederzufinden.

Kingston liegt am nordöstlichen Ende des Lake Ontario und hat seinen guten Ruf als charmantes Mittelstädtchen nicht umsonst. Die alte Universitätsstadt, die von 1841 an für drei Jahre Hauptstadt der „Vereinigten Provinzen Kanadas“ war, ist umgeben von einer reizvollen Hafenfront, hat lebhafte Geschäftsstraßen genauso wir gut gepflegte, beschauliche Parks, 14 Museen und historische Stätten, wie das Old Fort Henry, die mächtige Befestigungsanlage vor der Stadt.

Für Kanada untypisch findet man hier sehr viele Kalksteinhäuser. Die sonst üblichen flachen Holzbauten sind deutlich in der Unterzahl. Wir sind über einen schönen Kunstgewerbemarkt im City Park geschlendert, haben das monumentale Rathaus bewundert und die vielen kleinen Motoryachten in den verschiedenen Hafenbecken bestaunt. Man verwendet offenbar viel Kraft für die Pflege aller öffentlichen Anlagen und Plätze. Jede Rasenfläche ist akkurat kurz geschoren, Bäume geschickt zugeschnitten, die angelegten Blumenrabatten wetteifern in verschiedenen Farben nur so um die Wette. Überhaupt sind uns in allen Regionen Ostkanadas, durch die wir gereist sind, die fein säuberlich gemähten Wiesen und Rasenflächen aufgefallen. Auf deren so liebliches Erscheinungsbild legt man hier offensichtlich großen Wert. An jeder Straße, jedem Highway, allen Wegen begleitet den Fußgänger oder Autofahrer fein zurechtgestutzter englischer Rasen. Selbst einen halben Meter neben der Kante, an welcher der Niagara-River in die Tiefe stürzt und wo schon längst kein Tourist mehr hin darf, hat der ortsansässige Gärtner brav gemäht. Auch jeder Campingplatz könnte kurzerhand zu einem Golfplatz umfunktioniert werden, räumte man die Zelte und Wohnwagen mal eben schnell beiseite. John Deer lässt grüßen …

Unseren heutigen Campingplatz haben wir ein wenig außerhalb Kingstons, aber noch Ontarioseenähe gefunden. Hier ist schon fast nichts mehr los, und wir konnten wählen, ob wir lieber die schöner gelegenen Stellplätze mit dem 15 Ampere Anschluss nehmen möchten oder die mit 30 Ampere, die aber etwas unebener sind. Diese Entscheidungen immer … Wir haben den schöneren Stellplatz ausgesucht und verzichten auf etwas Elektrokomfort. Das angepriesene WIFI ist mal wiedermal nur ein Symbol auf dem geduldigen Papier des Ontario-Campingguides, in der Realität aber nicht vorhanden. Also werden wir morgen wieder ein nettes Fastfoodrestaurant aufsuchen müssen für die Verbindung zur Außenwelt. Man wird ja geradezu hineingetrieben in diese Burgertempel …

Das Lagerfeuer war dank des leidenschaftlichen Einsatzes von Feuermeister Konstantin und dank der in gemeinschaftlicher Aktion zusammengesuchten Äste, Kiefernnadeln und Blätter heute ein besonders eindrucksvolles Spektakel.