Samstag, 16. August
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Samstag, 16. August

eingetragen in: UNICON 17, Urlaub Kanada | 0

Wir stehen ziemlich früh auf, um möglichst zeitig an den Fällen zu sein. Das erweist sich schon bald als richtige Entscheidung, denn noch sind die Parkplätze für WoMos leer, und auf die Abfahrt mit der „Hornblower“, dem Boot, das bis auf wenige Meter an die Wasserfälle heran schippert, müssen wir keine Minute warten. Mit schicken grünen Raincoats ausgestattet besteigen wir das Boot und fahren mitten in die Gischt, die uns wie ein heftiger Regensturm kurzzeitig die Sicht und den Atem nimmt. Das Wasser findet seinen Weg Richtung Körper, auch wenn man sich bemüht, sämtliche Schlupflöcher zuzuhalten. Die Anzahl der Hände reicht einfach nicht aus. Erst kurz vor dem Wasservorhang wird der Gischtsturm wieder etwas moderater, und man kann einen Blick auf die gewaltigen Massen riskieren. Unvorstellbar, was die „Fallsüchtigen“ vom Niagara bewogen hat und noch immer bewegen mag, sich in abenteuerlichen Gefäßen diesen Abgrund herabzustürzen.

Mitten im Fluss verläuft die Grenze zu den USA. Einmal so nah dran, wollten wir natürlich gern einen Fuss in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten setzen und stiefelten über die hohe  Rainbowbridge Richtung Bundesstaat New York und direkt ins Office der strengen Grenzkontrolleure am Ende der Brücke. Deren erstes Einstellungskriterium ist vermutlich: Lächeln ausschalten. Nachdem wir demütig einzeln vorgetreten waren und sowohl mündlich als auch schriftlich geschworen hatten, in den zwei Stunden unseres USA-Aufenthaltes keinen Unfug anzustellen zu wollen und nachdem nun sämtliche Abdrücke aller unserer zehn Finger in der US-Datenbank gespeichert sind, ließen die Damen und Herren die Schranke aufgehen und uns einen Blick auf ihre Variante der Niagarafälle, die American Falls (260 Meter breit und 57 tief) werfen, die etwas mickriger ausfällt als die kanadischen Horseshoe Falls (670 Meter breit und auch 57 Meter tief). Es wird doch nicht der Neid sein, der da eine Rolle spielt …?

Insgesamt sind wir ungefähr 12 km rund um die Niagarafälle marschiert und sitzen nun etwas fußlahm wieder in unserem fahrbaren Haus auf dem Weg Richtung Toronto.

Und … es regnet wieder! Unglaublich, fast alle unsere Urlaubstage seit der WM sind von schlechtem Wetter umrahmt. Wir haben ein kleinen Campground mit nettem Personal nordöstlich von Toronto gefunden und neben den seeähnlichen Riesenpfützen eingeparkt. Draußen essen, Lagerfeuer anzünden – leider Fehlanzeige. Also kochen wir uns was Leckeres auf dem Gasherd, dinieren am Tisch im Wohnmobil und schreiben noch ein wenig Tagebuch. Konstantin versucht, das schwache WIFI in der Nähe der Anmeldungsbaracke zu nutzen und etwas für unseren Kanada-Blog zu tun. Mal sehen, ob er erfolgreich war.

Nein, war er nicht. Leider. Der Router ist ausgefallen.