Montag, 18. August
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Montag, 18. August

eingetragen in: UNICON 17, Urlaub Kanada | 0

Blauer Himmel! Ausgedehntes Frühstück auf golfplatzähnlichem Rasen! Herrlich! Danach noch eine Wanderung zu den Klippen am Lake Ontario mit grandiosem Blick auf den zerklüfteten See mit den vielen Inseln. Es ist das Gebiet der „1.000 Islands“, ein großes Naturschutzgebiet mitten im Ontariosee, das man sogar mehrtägig mit kleinen Kreuzfahrtschiffen erkunden kann. Dann packen wir zusammen und müssen leider schon wieder in Richtung Montreal fahren, denn morgen früh zwischen 8 und 10 Uhr erwartet uns Canadream zur Rückgabe unseres fahrbaren Hauses und es beginnt die spannende (leicht angstbesetzte!!!) Aktion des Packens für den Rückflug. Mal sehen, um wie viele Kilos wir unser Gepäck vermehrt haben …

Der Weg führte uns heute am Nordufer des Ontariosees entlang durch ländliches, dünn besiedeltes Gebiet mit einzeln verstreut stehenden flachen Holzwohnhäusern, durch Ortschaften und kleine Städtchen, deren Einwohnerzahl man immer auf dem Ortseingangsschild erfahren kann und was immer wieder die Frage aufwarf, wo denn all die Leute wohnen mögen bei den wenigen Häusern, die man von der Straße aus sah.

Überhaupt ist der Weg das Ziel, wenn man mit dem Wohnmobil reist. Die relativ gemächliche, manchmal fast langsame Fahrt ermöglicht, die Landschaft mit all ihren Besonderheiten aufzunehmen, die Menschen zu beobachten, die andersartige, bisweilen merkwürdige Infrastruktur zu erfahren, die Lebensweise der Kanadier zu erahnen. Man darf sich nie zu viele Kilometer vornehmen, die tatsächlich zu schaffende Wegstrecke ist immer kürzer als geplant. Man sieht etwas Interessantes und verweilt dort oder braucht länger beim Einkaufen, Tanken oder Briefkasten ausfindig machen – a little bit difficult außerhalb der Großstädte. Aber genau diese Gemächlichkeit macht einen großen Teil der Faszination aus.

Unser letzter Campingplatz liegt in der Nähe von Hawkesbury ca. 50 Kilometer vor den Toren von Montreal an einem Seitenarm des Ottawa-River, und hier brennt auch gerade unser letztes gigantisches Lagerfeuer. Jeden Tag sind wir besser geworden im Trockenholzsammeln und Konstantin im Feuerinszenieren. Da könnten wir jetzt Kurse drin geben.

Einen Teil des Packens haben wir auch schon erledigt, aber Part zwei dieses Manövers steht uns  morgen früh bevor in der Mobilhomevermietung, wo noch der größere Berg unserer Einräder lagert und wieder Gepäckstücke mit nicht mehr als 23 Kilogramm entstehen müssen. Das grenzt fast an Zauberei. Bloß noch nicht dran denken heute …

Morgen um diese Zeit sitzen wir schon im Flugzeug auf dem Weg zurück nach München. Wir würden gern noch bleiben, haben uns an die Langsamkeit gewöhnt, an die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen hier, an den immer netten Service in allen Dienstleistungsgewerken (das vor allem wird uns in Deutschland auffallen und fehlen!) und auch überraschend schnell an die Zeitumstellung. Keine drei Tage hat es gedauert, bis wir ohne Probleme den hiesigen Tagesrhythmus übernommen hatten. Wir sind gespannt, wie der Weg zurück funktioniert, von dem man sagt, er macht mehr zu schaffen.

So, und jetzt geht es das letzte Mal ins Kajütbettchen im WoMo.