Dienstag, 12. August
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Dienstag, 12. August

eingetragen in: UNICON 17, Urlaub Kanada | 0

Beim Frühstück heute morgen waren die wildesten Tiere grüne Fliegen (vermutlich die kanadische Verwandtschaft unserer zahlreichen Garser Freunde) und putzige, ganz winzige Streifenhörnchen, die wilde Jagden rund um unser WoMo veranstalteten.
Im Mobil selbst ist reichlich Platz und viel gut durchdachtes Interieur. Zwei ausfahrbare Slides machen das Teil im geparkten Zustand noch größer. Toilette und Dusche sind genauso an Bord wie ein Kühlschrank, eine Mikrowelle, ein Gasherd. Mit dem Besteck hat Canadream allerdings ein wenig gegeizt: Löffel gibt es gar keine und die drei Messer teilen wir uns kameradschaftlich. Wir werden wohl einen Schwung Besteck kaufen und der Firma großzügig spenden. Das haben wir bisher schon in jeder unserer Winterurlaubshütten gemacht, die auch immer Mangel an kleinen Löffel und Obstmessern aufwiesen. Was die Leute wohl mit dem Zeug machen? Als Andenken mitnehmen, aus Versehen verschlucken? Keine Ahnung.
Eben sind wir durch Ottawa gerollt und befinden uns jetzt auf dem Highway 117 Richtung Algonquin Provincial-Parc. Wir haben den ersten Schlechtwettertag in Kanada und nutzen diesen sinnvoll, um die ca. 250 Kilometer bis zu diesem Nationalpark zu absolvieren. Die Strassen sind ein Netz aus verschieden tiefen und breiten Schlaglöchern. Unser WoMo knarzt und scheppert lustig vor sich hin. Es hat zum Glück erst 6.000 Fahrkilometer weg und ist eine noch gut intakte Neuzulassung aus 2014. Wie das Vehikel nach zwei Jahren Dauernutzung auf diesen Straßen klingen mag, stellen wir uns besser nicht vor … Spannend ist immer der Moment, wenn man nach der Fahrt das erste Mal einen der Schränke oder den Kühlschrank öffnet: Welcher Gegenstand oder welches Lebensmittel fällt einem als erstes entgegen?
Es geht kerzengerade durch Ontario, rechts und links nur Wald.
Den Alqonquin-Park erreichten wir am späten Nachmittag. Dieser Park ist der älteste Nationalpark Kanadas und hat die Größe Schleswig-Holsteins. Erschlossen ist nur der südliche Teil, den man über den Highway 60 erreicht. Dieser durchfährt den Park auf 56 Kilometern Länge. Am Eastgate, an dem wir uns Infomaterial mitnahmen, hängt eine Tafel, welche Tiere in den letzten Tagen

gesichtet worden sind. Im August waren es Schwarzbären, Wölfe und Elche. So eine Sichtung soll man melden, damit die Parkranger vor möglichen Gefährdungen warnen können.

Einen Stellplatz für unser WoMo fanden wir im dritten Anlauf auf dem „Poglake-Campground“ und wurden auch dort sofort aufgeklärt, dass sich ein Bär auf dem Gelände befindet, und wie wir uns verhalten sollen: alles Essen in den Wagen, Tische von Essensresten säubern, alle Fenster über Nacht geschlossen halten, keine Sonnencremes und Mückenspraydosen draußen liegen lassen und noch einiges mehr. Heute, am Tag zwei unseres Aufenthaltes im Park, patroulieren nachts sogar die Ranger auf dem Campground. Spannend ist das schon, und im Zelt möchten wir hier lieber nicht übernachten. Die Geräusche nachts um das Wohnmobil herum sind in der Tat auch recht interessant, aber nicht wirklich einem Tier oder wem auch immer zuordenbar.